Circus Aktie: Lautlose Krisenstimmung?

Der Kochroboter-Spezialist Circus SE plant einen Umsatzsprung von 250.000 auf bis zu 55 Millionen Euro. Die Prognose hängt entscheidend vom Erfolg laufender Pilotprojekte mit REWE und Mercedes-Benz ab.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzsprung von 250.000 auf bis zu 55 Millionen Euro geplant
  • Erfolg hängt von Pilotprojekten mit REWE und Mercedes-Benz ab
  • Verwaltungsratschef kauft trotz Kursverlust Aktien
  • Aktie notiert nahe dem 52-Wochen-Tief

Der Kochroboter-Spezialist Circus SE steht vor seiner größten Bewährungsprobe: Auf einen Umsatz von gerade einmal 250.000 Euro im Jahr 2025 folgt eine Prognose von 44 bis 55 Millionen Euro für das laufende Jahr. Das ist kein normaler Wachstumspfad – das ist ein Sprung, der fast ausschließlich vom Erfolg laufender Pilotprojekte abhängt.

Die Lücke zwischen Zahlen und Zielen

Der Betriebsverlust belief sich 2025 auf knapp 15 Millionen Euro, während die Erlöse kaum messbar waren. Für 2026 setzt das Management dennoch auf eine radikale Wende. Möglich machen soll dies das Vorbestellungsbuch: Über 8.000 Einheiten mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro stehen in den Büchern. Das Problem: Vorbestellungen sind keine Aufträge. Der Weg von der Pilotphase zur zahlungswirksamen Auslieferung ist der entscheidende Schritt, den Circus noch nicht vollzogen hat.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Circus?

Beim EBITDA rechnet das Unternehmen weiterhin mit Verlusten von sechs bis acht Millionen Euro, erwartet aber eine schrittweise Verbesserung durch mehr Auslieferungen und einen wachsenden Anteil wiederkehrender SaaS-Erlöse.

Strategische Projekte in drei Sektoren

Circus verfolgt parallel mehrere Pilotprojekte, die 2026 zum Umsatz beitragen sollen. Im Defence-Bereich läuft seit Januar ein Vertrag mit der Bundeswehr zur autonomen Lebensmittelversorgung in Kasernen. Zusätzlich besteht ein Rahmenabkommen mit der ukrainischen Verteidigungsplattform BRAVE1.

Im Einzelhandel testet REWE in Düsseldorf über acht Monate das Konzept „Fresh & Smart“ mit dem Kochroboter CA-1. Eine breitere Integration ist erst nach Auswertung der Ergebnisse vorgesehen. Im Automotive-Segment ist ab Sommer 2026 eine Lieferung an die Mercedes-Benz Werkskantine in Sindelfingen geplant. Flankierend soll eine Leasingkooperation mit MMV Leasing, einer Tochter der LBBW, hohe Anschaffungskosten für Kunden in planbare Betriebsausgaben umwandeln – der Start war für das erste Quartal 2026 geplant.

Management kauft, der Kurs bleibt schwach

Trotz der angespannten Kurslage setzte Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins Ende Februar ein sichtbares Signal und kaufte Aktien zu 7,26 Euro je Aktie. Bereits zuvor gab es mehrere Zukäufe aus dem CEO-nahen Umfeld. Ein Bekenntnis zum Unternehmen – mehr aber auch nicht.

Die Aktie notiert aktuell bei 7,02 Euro und damit knapp über ihrem 52-Wochen-Tief. Auf Jahressicht hat sie rund 63 Prozent an Wert verloren. Zusätzlich offen bleibt die Frage nach weiterem Kapital: Circus prüft Wachstumsfinanzierung über Eigen- oder Fremdkapital, ohne Umfang oder Zeitpunkt zu konkretisieren.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung werden die Ergebnisse des REWE-Piloten sowie die planmäßige Auslieferung an Mercedes-Benz ab Sommer 2026. Gelingt es Circus, diese Meilensteine termingerecht umzusetzen und erste belastbare Umsatzbeiträge vorzuweisen, bekommt die ambitionierte Jahresprognose eine reale Grundlage. Scheitern die Piloten oder verzögern sich Auslieferungen, dürfte der Druck auf die Aktie spürbar zunehmen.

Circus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Circus-Analyse vom 10. März liefert die Antwort:

Die neusten Circus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Circus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Circus: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Circus