Circus Aktie: Umsatzprognose 2026 auf 5,2 Millionen Euro gekürzt

Nach drastischer Umsatzwarnung verliert die Circus-Aktie massiv an Wert. Analysten senken Kursziele, während Insider kaufen und Leerverkäufer ihre Positionen ausbauen.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von 66 Prozent
  • Umsatzprognose massiv gesenkt
  • Baader Bank senkt Kursziel
  • Insiderkauf trotz Talfahrt

Die Circus-Aktie kommt nicht zur Ruhe. Mit 1,68 Euro liegt der Kurs weiterhin tief im Keller, ein Rückgang von 66 Prozent in den vergangenen 30 Tagen zeigt das Ausmaß des Vertrauensverlusts.

Am Donnerstag legte das Papier zwar um 0,7 Prozent zu, auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 4,9 Prozent zu Buche. Der Relative-Stärke-Index von 24,4 signalisiert eine deutlich überverkaufte Aktie, die annualisierte Volatilität von 160 Prozent unterstreicht die Nervosität im Handel.

Prognosesenkung wirkt nach

Auslöser der Talfahrt bleibt die drastische Korrektur der Unternehmensziele Mitte Juli. Circus SE strich die Umsatzprognose für 2026 von ursprünglich 44 bis 55 Millionen Euro auf nur noch 5,2 Millionen Euro zusammen.

Als Begründung nannte das Unternehmen die Verschiebung geplanter Systemauslieferungen ins Jahr 2027. Auch beim EBITDA rechnet Circus nun mit rund minus 17 Millionen Euro statt der zuvor avisierten Werte. Ein solcher Einschnitt bei den Erlöserwartungen erschüttert das Vertrauen der Anleger nachhaltig, zumal die verschobenen Aufträge frühestens im übernächsten Jahr Umsatz bringen sollen.

Die Reaktion der Analysten fiel entsprechend deutlich aus. Die Baader Bank senkte am 3. August ihr Kursziel drastisch von 19,00 Euro auf 3,00 Euro. Auch Montega reagierte mit einer Herabstufung von „Kaufen“ auf „Halten“ und einem Kursziel von 2,20 Euro. Beide Einschätzungen stammen aus der Zeit unmittelbar nach der Prognosesenkung und spiegeln die eingetrübte Wahrnehmung der Geschäftsentwicklung wider.

Gemischte Signale bei Insidern und Leerverkäufern

Während sich Analysten und Kursverlauf pessimistisch zeigen, sendete Vorstandsmitglied Dr. Jan-Christian Heins ein Gegensignal: Er kaufte am 17. Juli Circus-Aktien im Volumen von 10.758 Euro zu einem Kurs von 2,15 Euro. Ein solcher Insiderkauf gilt gemeinhin als Vertrauensbeweis in die eigene Firma, auch wenn er das Ausmaß der Kursverluste seither nicht kompensieren konnte.

Auf der anderen Seite baute Citadel Securities (Europe) Limited seine Short-Position aus. Zum 29. Juli meldete der Finanzdienstleister eine Netto-Leerverkaufsposition von 0,56 Prozent der Circus-Aktien. Diese Konstellation aus Insiderkauf und wachsender Short-Position zeigt, wie unterschiedlich Marktteilnehmer die Aussichten des Unternehmens derzeit bewerten.

Hauptversammlung rückt in den Fokus

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf die Hauptversammlung, die für den 20. August angesetzt ist. Sie dürfte die nächste Gelegenheit bieten, mehr über die Hintergründe der Prognosesenkung und die weiteren Pläne des Managements zu erfahren.

Bis dahin bleibt die Aktie in einem fragilen Zustand: Der niedrige RSI-Wert deutet zwar auf eine technisch überverkaufte Situation hin, automatisierte Marktbewertungen taugen angesichts der fundamentalen Probleme des Unternehmens jedoch kaum als verlässlicher Signalgeber für eine baldige Trendwende. Mit einer Marktkapitalisierung von nur noch 44,17 Millionen Euro hat der Markt die Wachstumsstory von Circus bereits weitgehend neu bewertet.

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