Circus Aktie: Umsatzprognose auf 5,2 Millionen
Circus SE senkt Umsatzprognose drastisch, der Aktienkurs bricht ein. Analysten reagieren mit deutlichen Kurszielsenkungen und Herabstufungen.

- Umsatzprognose drastisch gesenkt
- Aktienkurs fällt auf neues Tief
- Analysten senken Kursziele deutlich
- Insiderkauf trotz Kursverfall
Der Kursverfall bei Circus SE reißt nicht ab. Am Freitag schloss die Aktie des Roboterküchen-Herstellers bei 1,81 Euro, ein Minus von 10,17 Prozent binnen eines Tages. Der Relative-Stärke-Index von 15,0 signalisiert einen technisch stark überverkauften Zustand. Bereits am Donnerstag hatte das Papier im fortgesetzten Abwärtstrend ein neues Zwölf-Monats-Tief bei 1,93 Euro markiert, ehe der Kurs am Freitag weiter nachgab.
Gewinnwarnung als Auslöser der Talfahrt
Ursprung des Absturzes ist eine drastische Korrektur der Unternehmensprognose. Am 16. Juli senkte Circus SE die Umsatzerwartung für das Geschäftsjahr 2026 von ursprünglich 44 bis 55 Millionen Euro auf nur noch 5,2 Millionen Euro.
Gleichzeitig weitete das Unternehmen den erwarteten EBITDA-Verlust von 6 bis 8 Millionen Euro auf rund 17 Millionen Euro aus. Die Meldung löste einen Kurssturz von über 50 Prozent aus.
Wie groß die Diskrepanz zum bisherigen Geschäftsverlauf ausfällt, zeigt der Rückblick auf die vorläufigen Zahlen für 2025: Damals hatte Circus SE einen Umsatz von 1,5 Millionen Euro erzielt, nach 0,25 Millionen Euro im Vorjahr, bei einem bereinigten EBITDA von minus 15,3 Millionen Euro. Die ursprüngliche Prognose für 2026 hätte demnach ein Vielfaches des bisherigen Umsatzniveaus vorausgesetzt – ein Ziel, das sich offenbar nicht halten ließ.
Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen
Die Reaktion der Analysten fiel entsprechend deutlich aus. mwb research senkte am 17. Juli das Kursziel von 46,00 Euro auf 8,40 Euro, beließ das Rating aber bei „Speculative Buy“.
Montega ging weiter und stufte die Aktie am 20. Juli von „Kaufen“ auf „Halten“ zurück. Das Kursziel kappten die Analysten von 10,00 Euro auf 2,20 Euro und begründeten den Schritt mit operativen Skalierungsproblemen sowie einem gestiegenen Finanzierungsrisiko. Beide Einschätzungen fielen unmittelbar nach der Gewinnwarnung und spiegeln damit direkt deren Tragweite.
Insiderkauf und Managementumbau
Inmitten des Kurseinbruchs griff ein Mitglied des eigenen Verwaltungsrats zu: Dr. Jan-Christian Heins erwarb am 17. Juli insgesamt 5.004 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 2,15 Euro, wie aus einer veröffentlichten Insidermeldung hervorgeht. Der Kauf erfolgte damit über dem aktuellen Kursniveau von 1,81 Euro.
Parallel zur Kurskrise treibt Circus SE operative Veränderungen voran. Bereits am 6. Juli hatte das Unternehmen Christian Bauer zum neuen Co-CEO und CFO ernannt, wie dpa-AFX meldete. Er übernimmt die Aufgaben von Fabian Becker, der in den Aufsichtsrat der Tochtergesellschaft Circus Defence SE wechselt. Wenige Tage zuvor, am 2. Juli, hatte Circus SE den Abschluss der Übernahme des belgischen Food-Robotik-Unternehmens Alberts bekanntgegeben.
Am 16. Juli, dem Tag der Gewinnwarnung, meldete das Unternehmen zudem den Start des Live-Betriebs seiner autonomen, robotergestützten Verpflegungssysteme zur Versorgung der 3. Angriffsbrigade der ukrainischen Bodentruppen im Raum Kiew. Ein neues Einsatzfeld für die Technologie, das die gleichzeitige Umsatzkorrektur jedoch nicht kompensieren konnte.
Der Insiderkauf und das trotz massiver Zielsenkung beibehaltene „Speculative Buy“-Rating von mwb research setzen zumindest punktuelle Gegenakzente. Der überwiegende Teil der jüngsten Nachrichtenlage – von der Prognosekorrektur bis zur Herabstufung durch Montega – deutet dagegen auf tiefgreifende operative Probleme hin, die den Kurs vorerst weiter unter Druck halten dürften.
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