Circus: Alberts-Deal in Aktien, Closing Q2 2026

Circus SE treibt Software-Plattform voran und sichert sich Militäraufträge. Trotz enormer Umsatzsprünge bleibt die Aktie unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Eigenständige KI-Plattform CircusOS entwickelt
  • Übernahme von Alberts geplant
  • Produktionskapazität des CA-1 gesteigert
  • Litauischer Verteidigungsauftrag erhalten

Drei Wachstumsfelder, ein zentraler Widerspruch: Circus SE meldet operative Fortschritte und neue Verteidigungsaufträge — doch die Umsatzguidance für 2026 liegt bei 44 bis 55 Millionen Euro, während das Unternehmen 2025 lediglich 250.000 Euro erlöste. Der Sprung ist enorm. Und die Aktie notiert rund 64 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

CircusOS als SaaS-Ambitionen

Abseits der Hardware-Story entwickelt Circus eine eigenständige KI-Softwareplattform. Das Betriebssystem CircusOS verwaltet den gesamten Roboter-Lebenszyklus — von der Bedarfsplanung bis zur vorausschauenden Wartung. Grundlage sind über 45.000 Stunden gesammelte Betriebsdaten, aus denen das Unternehmen eigene Visual-Intelligence-Modelle entwickelt hat.

In Zusammenarbeit mit Meta werden Küchenbetreiber mit Ray-Ban-Smartglasses ausgerüstet, die Bedienanleitungen in Echtzeit einblenden. Langfristig soll diese Technologie als eigenständiges SaaS-Produkt für Drittküchen vermarktet werden — mit API-Integrationen in bestehende Unternehmenssysteme. Das Ziel: wiederkehrende Softwareumsätze statt reiner Hardwareverkäufe.

Alberts-Übernahme und Produktionsausbau

Die geplante Übernahme des belgischen Food-Robotik-Unternehmens Alberts schließt eine Lücke im Portfolio. Das 2015 gegründete Unternehmen betreibt autonome Versorgungssysteme in sechs Ländern für Kunden wie Danone, Decathlon und Sodexo. Mit einer Grundfläche von rund einem Quadratmeter ergänzt Alberts einen Systemtyp, der in platzkritischen Umgebungen skalierbar ist — dort, wo bestehende Circus-Systeme nicht greifen.

Bezahlt wird in Circus-Aktien mit einer Lockup-Periode von 30 Monaten. Den genauen Kaufpreis gibt das Unternehmen erst zum Abschluss bekannt. Das Closing ist für das zweite Quartal 2026 geplant, die endgültige Höhe hängt von Kursentwicklung und Due-Diligence-Ergebnis ab. Für Anleger bedeutet das: unklare Dilutionsgefahr ohne konkreten Gegenwert.

Auf der Produktionsseite zeigt das Q1-Update Fortschritte. Die Fertigungszeit des CA-1 halbierte sich in Zusammenarbeit mit Partner Celestica auf rund vier Wochen, die Kapazität am bestehenden Standort wuchs um 60 Prozent. Mittelfristig peilt Circus eine Jahreskapazität von 1.000 Einheiten an.

Verteidigung liefert, Piloten sind keine Verträge

Im Verteidigungsbereich erhielt Circus am 9. April den Zuschlag für einen Beschaffungsauftrag der litauischen Streitkräfte — ein vollständig autonomer KI-Roboter soll die taktische Truppenversorgung in Vilnius übernehmen. Indes laufen nach Unternehmensangaben Verhandlungen mit mehr als zehn NATO-Mitgliedstaaten sowie ein Integrationsprozess für Lieferungen an ukrainische Streitkräfte.

17 Systeme befinden sich derzeit im Einsatz oder in der Integrationsphase. Die Systemverfügbarkeit stieg von rund 70 Prozent zu Quartalsbeginn auf über 90 Prozent im April. Pilotprojekte laufen bei der Bundeswehr, REWE in Düsseldorf und der Mercedes-Benz Gastronomie in Sindelfingen — aber Piloten sind keine Verträge, und die Umsatzguidance für 2026 wurde trotz Alberts-Übernahme nicht angehoben.

Ob die Skalierung mit den Ambitionen Schritt hält, dürfte der nächste Quarterly Update Call am 16. Juli 2026 zeigen. Bis dahin trägt der RSI von rund 20 eine klare Botschaft: Der Markt wartet auf Beweise, nicht auf Versprechen.

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