Circus SE Aktie: Dritter NATO-Vertrag, null Umsatz

Circus SE gewinnt dritten Militärauftrag in Litauen, steht aber vor der Herausforderung, Vorbestellungen im Volumen von 1,6 Mrd. Euro in verbindliche Verträge umzuwandeln.

Die Kernpunkte:
  • Dritter NATO-Militärvertrag mit Litauens Streitkräften
  • Vorbestellungen von 1,6 Mrd. Euro, aber geringer Umsatz
  • Management muss Konversionsrate bei Update Call erklären
  • Aktie erholt sich, bleibt aber deutlich unter Jahreshoch

Litauen hat bestellt. Die Bundeswehr testet. Die Ukraine ist an Bord. Drei Militärverträge an der NATO-Ostflanke — und trotzdem stehen den 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Volumen von 1,6 Milliarden Euro gerade einmal 250.000 Euro tatsächlicher Umsatz im Jahr 2025 gegenüber. Genau diese Lücke muss das Management von Circus SE am 16. April beim Quarterly Update Call erklären.

Litauen komplettiert das NATO-Trio

Am 9. April gewann Circus SE den Zuschlag für einen öffentlichen Beschaffungsauftrag der litauischen Streitkräfte. Der KI-Kochroboter CA-1 soll in bestehende Kaserneninfrastruktur in Vilnius integriert und anschließend in multinationalen Übungen evaluiert werden. Die Integration soll noch 2026 beginnen.

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Damit steht Circus mit drei Militärkunden da: Bundeswehr, ukrainische Streitkräfte, litauische Armee — alle drei in der NATO-Ostflanke. Das Modell dahinter ist die sogenannte Dual-Use-Strategie: dieselbe Kerntechnologie in zivilen Küchen und militärischen Einrichtungen. Die Tochtergesellschaft Circus Defence mit dem System CA-M soll den Zugang zu Verteidigungsbudgets erschließen und die Abhängigkeit vom Gastronomiemarkt reduzieren.

Auf der Finanzierungsseite hat das Unternehmen seine erste Anleihe vollständig platziert — siebenstelliges Volumen, besichert durch CA-1-Roboter, strukturiert über eine Zweckgesellschaft. Das Rahmenabkommen mit FINEXITY AG öffnet den Weg für künftige Tranchen von bis zu 50 Millionen Euro.

Vorbestellungen, keine Lieferverträge

Das eigentliche Problem liegt woanders. Der Auftragsbestand für den CA-1 umfasst 500 feste Bestellungen bei rund 40 Kunden — aber zahlungswirksame Verträge fehlen weitgehend. REWE erprobt das System in Düsseldorf, Mercedes-Benz plant den Einsatz im Werk Sindelfingen für den Sommer 2026. Beide Pilotprojekte sind noch keine Skalierungsgarantien: REWE entscheidet frühestens im Sommer oder Herbst über eine mögliche Ausweitung.

Reicht die morgige Präsentation aus, um die Konversionsrate der Vorbestellungspipeline glaubwürdig zu belegen? Das Management prognostiziert für 2026 einen Umsatzsprung auf 44 bis 55 Millionen Euro — ein Faktor von rund 200 gegenüber dem Vorjahr. Auftragsfertiger Celestica kann bis zu 6.000 Einheiten jährlich produzieren, erste Kundenlieferungen sind für den Sommer geplant. Die Kapazität steht. Was fehlt, sind unterschriebene Kaufverträge.

Kurs erholt, aber weit vom Hoch entfernt

Die Aktie notiert aktuell bei 8,56 Euro — ein Anstieg von knapp 29 Prozent in den vergangenen 30 Tagen, aber noch immer mehr als 60 Prozent unter dem Jahreshoch von 22,80 Euro vom November 2025. CEO Nikolas Bullwinkel und Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins haben im ersten Quartal 2026 mehrfach Aktien am freien Markt gekauft — ein Signal, das Marktbeobachter als Vertrauensgeste werten, das die operative Lücke aber nicht schließt.

Für 2026 erwartet Circus einen EBITDA-Verlust von 6 bis 8 Millionen Euro — deutlich besser als die knapp 15 Millionen Euro Verlust aus 2025, aber nur realistisch, wenn ein substanzieller Teil der Vorbestellungen in echte Umsätze umgewandelt wird. Morgen beim Quarterly Update Call werden die ersten konkreten Konversionszahlen präsentiert. Dann zeigt sich, ob die Militärverträge eine echte Trendwende einläuten oder vorerst nur die Prognosefolie stützen.

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