Circus SE Aktie: Produktion ja, Umsatz nein

Fertigungskapazitäten aufgebaut, namhafte Kunden gewonnen, über 8.000 Einheiten vorbestellt — und trotzdem bricht der Kurs ein. Die Circus SE steht exemplarisch für das klassische Dilemma junger Technologieunternehmen: Zwischen technologischer Reife und kommerziellem Durchbruch liegt oft eine Lücke, die Anleger zunehmend ungeduldig macht.
Piloten statt Verträge
Der Kochroboter CA-1 ist serienreif. Auftragsfertiger Celestica hat die Industrialisierung abgeschlossen, die Kapazitäten sind auf vierstellige Stückzahlen ausgelegt. Das Gerät soll Mahlzeiten in wenigen Minuten zubereiten und Personalkosten um bis zu 95 Prozent senken.
Die Kundenliste klingt beeindruckend: REWE, Mercedes-Benz, Meta, Schön Klinik und die Bundeswehr. Allerdings befinden sich die meisten Partnerschaften noch in der Testphase. Der REWE-Pilot in Düsseldorfer Filialen läuft acht Monate — eine breitere Integration steht erst nach Auswertung der Kundenbefragungen zur Debatte. Mercedes soll die Werkskantine in Sindelfingen ab Sommer 2026 beliefert bekommen. Einzig mit der Bundeswehr besteht seit Januar ein laufender Vertrag für autonome Lebensmittelversorgung in ausgewählten Kasernen.
Das Kernproblem: Vorbestellungen sind keine Aufträge. Die 8.000 vorgemerkten Einheiten mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro stehen in den Büchern — zahlungswirksam ist davon bislang nichts.
Leasingmodell und Umsatzprognose
Um die hohen Anschaffungskosten des CA-1 als Einstiegshürde zu senken, hat Circus ein Leasingmodell mit MMV Leasing, einer LBBW-Tochter, aufgelegt. Kunden sollen Investitionskosten so in planbare Betriebsausgaben umwandeln können — ein sinnvoller Schritt, um den Übergang von Piloten zu verbindlichen Verträgen zu beschleunigen.
Für 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 44 und 55 Millionen Euro, getragen vor allem durch margenträchtige SaaS-Lösungen. Bis 2028 soll der Umsatz auf eine Milliarde Euro wachsen, bei einer EBIT-Marge von 30 bis 35 Prozent. Der erwartete EBITDA-Verlust von 6 bis 8 Millionen Euro für das laufende Jahr wirkt gemessen an diesen Ambitionen moderat — für eine Skalierungsphase dieser Art ist er es tatsächlich.
Der Markt verliert die Geduld
Die Kursentwicklung spricht eine klare Sprache: Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 49 Prozent verloren, auf Jahressicht sogar fast 66 Prozent. Mit 6,16 Euro notiert der Titel aktuell auf seinem 52-Wochen-Tief — mehr als 70 Prozent unter dem Novemberhoch von 22,80 Euro.
Am 28. März präsentiert das Management beim Investorentag in der Münchner Motorworld. Entscheidend wird sein, ob konkrete Auslieferungspläne vorgelegt werden und ob Partner wie REWE und Mercedes signalisieren, aus Piloten verbindliche Kaufverträge zu machen. Gelingt das, erhält die Umsatzprognose für 2026 erstmals ein greifbares Fundament. Bleibt die Präsentation vage, dürfte der Abgabedruck auf den Titel anhalten.
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