Cisco Aktie: 56,61 Prozent seit Jahresanfang
Cisco profitiert von einer Neubewertung als KI-Infrastrukturwert. Analysten heben Kursziele an, während die Nachfrage nach Netzwerklösungen stark wächst.

- KI-Rolle treibt Neubewertung an
- Analysten erhöhen Kursziele deutlich
- Netzwerksegment wächst um 25 Prozent
- Bewertung bleibt trotz Euphorie moderat
Cisco erlebt eine Neubewertung, die weit über ein starkes Quartal hinausgeht. Nach den jüngsten Zahlen rückt der Netzwerkkonzern plötzlich als KI-Infrastrukturwert in den Vordergrund. Der Kern der Debatte: Ist das nur ein zyklischer Nachfrageboom, oder verändert künstliche Intelligenz dauerhaft Ciscos Wachstumspfad?
Am Freitag schloss die Aktie bei 101,64 Euro und legte damit am Tag 3,06 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 24,06 Prozent, seit Jahresanfang sind es 56,61 Prozent.
Analysten heben die Messlatte
Die Reaktion der Wall Street fiel ungewöhnlich breit aus. Mehrere große Häuser erhöhten ihre Kursziele deutlich, weil sie Ciscos Rolle im KI-Netzwerkgeschäft höher bewerten als zuvor.
HSBC stufte die Aktie von Halten auf Kaufen hoch und hob das Kursziel auf 137 Dollar, nach zuvor 77 Dollar. Analyst Stephen Bersey begründete den Schritt damit, dass Ciscos KI-Rolle struktureller werde und KI-Umsätze finanziell stärker wirkten als erwartet.
Morgan Stanley erhöhte das Ziel auf 120 Dollar von 91 Dollar und bleibt bei Übergewichten. Der wichtige Punkt: Die Nachfrage kommt nicht nur von einzelnen Großkunden. Bei den großen Hyperscalern legten KI-bezogene Aufträge breit zu, was das Wachstumsbild belastbarer macht.
BNP Paribas verweist auf Silicon One, Acacia-Optik, KI-Rechenzentren, den Campus-Refresh-Zyklus sowie die Nvidia-Partnerschaft. Das Kursziel stieg auf 132 Dollar von 87 Dollar. Rosenblatt liegt mit 150 Dollar am oberen Ende; KeyBanc, Goldman Sachs und BofA setzen ihre Ziele nun zwischen 114 und 125 Dollar.
KI-Netzwerke treiben die Story
Operativ liefert Cisco den Analysten neue Argumente. Das Netzwerksegment wuchs im Jahresvergleich um 25 Prozent. Besonders stark liefen Data-Center-Switching-Aufträge, die um mehr als 40 Prozent zulegten.
Der Vorteil liegt in der Positionierung. Cisco entwickelt eigenes Silizium und kann in angespannten KI-Hardwaremärkten weniger stark von externen Engpässen abhängig sein als manche Wettbewerber. Für Hyperscaler zählt genau das: Verfügbarkeit, Leistung und Skalierbarkeit.
Auch die Bewertung spiegelt diesen Wandel. Morgan Stanley kalkuliert nun mit einem Multiple von rund 25 auf einen erwarteten Gewinn je Aktie von 4,70 Dollar. Zuvor lag die Spanne eher bei 20 bis 21.
Bewertung wird zum Gegenpol
Die Euphorie hat eine Kehrseite. Von 26 beobachtenden Analysten empfehlen 19 die Aktie zum Kauf oder starken Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt aber nur noch bei 119,54 Dollar und damit nur wenige Prozent über dem jüngsten US-Schlusskurs.
Wolfe Research bleibt vorsichtiger und verweist auf mögliche vorgezogene Nachfrage. Preiserhöhungen und begrenzte Komponentenverfügbarkeit könnten Bestellungen zeitlich nach vorne gezogen haben. Das wäre für die aktuelle Wachstumsrate kein Nebendetail.
Auf Basis der neuen Gewinnprognose handelt Cisco mit einem erwarteten KGV von etwa 27. Ciena liegt bei 68, Nokia bei 32. Diese Lücke stützt die Neubewertungs-These, schützt aber nicht vor Rückschlägen, falls Hyperscaler ihre Investitionen drosseln.
In der neuen Handelswoche rücken daher zwei Punkte in den Mittelpunkt: die Bestelldynamik bei KI-Netzwerken und die Restrukturierungskosten. Cisco rechnet mit Vorsteuerbelastungen von rund 1 Milliarde Dollar, davon etwa 450 Millionen Dollar im laufenden Schlussquartal. Hält das KI-Tempo, bleibt die Neubewertung intakt; bei ersten Rissen dürfte der Markt die neue Prämie schnell enger ziehen.
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