Cisco Aktie: KI-Prognose reicht nicht

Cisco übertrifft Erwartungen, doch der KI-Ausblick für 2026/27 fällt zu konservativ aus. Die Aktie verliert deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch trotz besserer Quartalszahlen
  • KI-Umsatzprognose bleibt hinter Erwartungen
  • Traditionelles Geschäft dominiert weiterhin
  • Börsenwert von rund 500 Milliarden Dollar

Sieben Prozent Verlust im frühen US-Handel – für ein Unternehmen, das gerade bessere Zahlen als erwartet vorgelegt hat, ist das eine deutliche Reaktion. Der Netzwerkausrüster Cisco liefert ab, übertrifft die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn je Aktie. Die Wall Street reagiert trotzdem enttäuscht. Der Grund liegt im Ausblick für das KI-Geschäft.

Zu wenig Fantasie im Zukunftsgeschäft

Cisco kalkuliert im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 mit einem KI-bezogenen Erlös von 7,5 Milliarden Dollar – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Auf den ersten Blick eine starke Zahl. Analysten hatten angesichts des hohen Auftragsvolumens in diesem Bereich allerdings mehr erhofft.

Beim gesamten Konzernumsatz peilt das Unternehmen ein Plus von bis zu knapp 16 Prozent auf 73,4 Milliarden Dollar an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bis Ende Juli 2027 auf bis zu 5,11 Dollar steigen. Beide Zielwerte liegen deutlich über der bisherigen Analystenerwartung – und trotzdem verkauft der Markt die Aktie.

Das abgelaufene Geschäftsjahr, das am 25. Juli endete, fiel ebenfalls besser aus als gedacht: Der Erlös zog um zwölf Prozent auf gut 63 Milliarden Dollar an, der bereinigte Gewinn stieg um 13 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, umgerechnet 4,33 Dollar je Aktie. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren, wenn selbst starke Kennzahlen die hohen Erwartungen an das KI-Geschäft nicht erfüllen.

Klassisches Geschäft bleibt das Rückgrat

Trotz aller KI-Fantasie bleibt Cisco stark vom traditionellen Geschäft mit Routern und Switches für Internetanbieter abhängig. Gemessen an den Prognosen für 2026/27 macht der KI-bezogene Umsatz gerade einmal gut zehn Prozent des Gesamterlöses aus. Das relativiert die Enttäuschung über den Ausblick – Cisco ist eben kein reiner KI-Wert wie Nvidia oder Broadcom.

Die Aktie hat in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 170 Prozent zugelegt und damit den Nasdaq 100 deutlich geschlagen. Seit Anfang 2022 gerechnet liegt Cisco inzwischen aber wieder gleichauf mit dem Index – die frühen KI-Boom-Jahre hatte der Netzwerkausrüster verpasst, während Chiphersteller wie Nvidia oder AMD durchstarteten.

Mit einem Börsenwert von knapp 500 Milliarden Dollar zählt Cisco unter den großen Technologiewerten inzwischen eher zu den kleineren Playern. Zum Vergleich: Nvidia bringt es mittlerweile auf 5,4 Billionen Dollar, Broadcom auf fast zwei Billionen. Zur Jahrtausendwende, auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms, gehörte Cisco noch zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Der heutige Kursrückgang zeigt, wie hoch die Messlatte für etablierte Tech-Konzerne im KI-Zeitalter inzwischen liegt.

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