Cisco Aktie: Microsoft setzt auf P200

Microsoft nutzt Ciscos P200-Systeme bereits im Produktivbetrieb; weitere Netzwerkchips und Optiklösungen befinden sich im Ausbau.

Die Kernpunkte:
  • Microsoft betreibt Systeme mit P200-Chips
  • Alibaba integriert P200 in Backbone-Router
  • G300-Systeme erreichen bereits erste Kunden
  • Cisco-Aktie verliert rund drei Prozent

Cisco liefert auf dem OCP Global Summit gleich mehrere Meldungen zur KI-Infrastruktur. Der Kurs gibt trotzdem nach: Die Aktie verliert im US-Handel zuletzt rund 3 Prozent, und das in einem schwachen Umfeld für KI-Hardware.

Erste Produktionskunden für den P200

Im Zentrum steht der Netzwerkchip Silicon One P200. Cisco meldet, als erster Anbieter 51,2-Terabit-Systeme im Produktivbetrieb bei großen Hyperscalern zu haben. Microsoft hat nach eigenen Angaben den Schritt in die Produktion auf P200-Systemen vollzogen. Alibaba setzt den Chip in seinem selbst entwickelten Quantum-Cat-Router für das Backbone-Netz eCORE ein, in Kombination mit dem offenen Betriebssystem SONiC.

Das Konzept dahinter heißt „Scale-Across“. KI-Rechenjobs sollen über mehrere Standorte hinweg wie ein einziger Cluster arbeiten. Dafür braucht es tiefe Puffer und kohärente Optik, damit Überlastung und Latenz die Auslastung der Beschleuniger nicht ausbremsen.

G300, G302 und neue Optik mit NVIDIA

Auch im Rechenzentrum selbst baut Cisco die Silicon-One-Familie aus. Die ersten Systeme mit dem G300-Chip gehen bereits an Kunden. Neu hinzu kommt der G302 für Top-of-Rack-Switches, der mit 1,6-Terabit-Optik und direkter Flüssigkeitskühlung arbeitet. Er soll noch vor Ende 2026 ausgeliefert werden.

Gemeinsam mit NVIDIA plant Cisco zudem ein neues steckbares Optikmodul namens USFP mit 400 Gigabit pro Lane. Es soll die vierfache Bandbreitendichte und eine um das 1,3-Fache bessere Energieeffizienz gegenüber 200-Gigabit-Optiken bieten. Beide Unternehmen wollen dafür eine offene Industriespezifikation über ein communitygetragenes Projekt schaffen.

Sicherheit gehört ebenfalls zum Paket. Für SONiC-Kunden soll ab Mitte 2027 die Funktion Live Protect verfügbar sein. Sie verringert das Zeitfenster zwischen der Veröffentlichung einer Schwachstelle und dem dauerhaften Patch.

Sektor unter Druck

Die Börse honoriert das vorerst nicht. Cisco rutscht mit einem Minus zwischen 2,9 und 3,4 Prozent in die Verliererliste der Mega-Caps. Dort stehen auch Arm, Oracle und Crowdstrike im Minus. Stärker trifft es Netzwerk- und Optikwerte: Lumentum, Ciena und Applied Optoelectronics verlieren jeweils rund 7 Prozent. Der Abschlag bei Cisco spiegelt damit eher die Branchenstimmung als eine Reaktion auf die Produktmeldungen wider.

Konkrete Meilensteine stehen schon fest: Der G302 soll bis Jahresende zu den Kunden kommen, Live Protect folgt Mitte 2027.

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