Citigroup Aktie: Zahlen vor Börsenstart
Analysten kalkulieren mit 2,65 Dollar Gewinn je Aktie; höhere Renditen und der schwache Finanzsektor prägen das Umfeld.

- Quartalszahlen erscheinen vor US-Handelsbeginn
- Analystenschätzung: 2,65 Dollar je Aktie
- Finanzsektor zuletzt schwächster S&P-500-Bereich
- Wettbewerb um erfahrene Investmentbanker hält an
Citigroup legt heute vor dem Handelsbeginn in New York seine Quartalszahlen vor. Die Aktie geht mit Rückenwind in den Termin, der Sektor hingegen mit einem schwierigen Monat im Gepäck. Ein Härtetest für die gesamte Branche.
Erwartungen und Ausgangslage
Analysten rechnen mit einem Gewinn von 2,65 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 23,7 Milliarden Dollar. Die Bank hat die Schätzungen in den vergangenen vier Quartalen jeweils übertroffen, zuletzt im April mit 3,06 Dollar gegenüber erwarteten 2,64 Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 liegen die Gewinnprognosen deutlich über dem Vorjahr.
Die Aktie schloss gestern bei 131,92 Dollar und liegt damit seit Jahresbeginn gut 12 Prozent im Plus. Das jüngste Hoch bei etwa 135 Dollar ist in Reichweite. Der Finanzsektor insgesamt hinkt dagegen hinterher und war zuletzt der schwächste Bereich im S&P 500.
Neben Citigroup berichten heute auch JPMorgan, Goldman Sachs und Wells Fargo. Morgan Stanley und Bank of America folgen im Wochenverlauf. JPMorgan gilt als Gradmesser der Branche.
Zinsen als Belastung
Der Gegenwind kommt von den Renditen. Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentiert bei gut 5,2 Prozent, am 8. Oktober markierte sie mit 5,35 Prozent ein 24-Jahres-Hoch. Die Fed hatte im September unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh überraschend die Zinsen angehoben. Am Terminmarkt gilt eine weitere Erhöhung bis Jahresende als wahrscheinlich.
Hinzu kommt der Inflationsbericht für September, der morgen erscheint. Erwartet wird ein Anstieg der Teuerung auf 3,6 Prozent nach 3,4 Prozent im August. Ein heißerer Wert könnte Renditen und Dollar weiter treiben.
Das Umfeld bleibt zudem nervös: Verkäufe bei KI-Werten belasteten zuletzt die Börsen in Asien und die Nasdaq. Europas Märkte dürften schwächer starten.
Wettbewerb um Investmentbanker
Auch abseits der Zahlen taucht Citigroup im Branchengeschehen auf. Bei Bank of America haben mehrere prominente Dealmaker das Haus verlassen, darunter Amy Lissauer, die zu JPMorgan wechselte. Mehrere Insider führen den Abgang auch auf das Bonussystem der Bank zurück, das mit höherem aufgeschobenem Vergütungsanteil Konkurrenten wie JPMorgan und Citigroup Spielraum zum Abwerben gebe.
Bank of America widerspricht und verweist auf Dutzende Neueinstellungen von Wettbewerbern. Für Citigroup ist das ein Hinweis darauf, dass der Kampf um erfahrene Banker im Investmentbanking weiter anhält, während die Kapitalmärkte gut laufen.
Heute vor dem Börsenstart zeigt sich, ob Citigroup die Erwartungen von 2,65 Dollar je Aktie zum fünften Mal in Folge übertrifft.
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