Coca-Cola Aktie: Analysten rechnen den KFC-Deal durch

Der US-Vertrag könnte Coca-Cola ab 2027 Umsatz bringen; Analysten sehen für Pepsi stärkere relative Einbußen.

Die Kernpunkte:
  • KFC stellt über 3.700 US-Filialen um
  • Coca-Cola-Umstellung soll 2027 abgeschlossen sein
  • TD Cowen schätzt 10 bis 20 Basispunkte
  • Pepsi riskiert drei Prozent der Konzentratumsätze

Ein Getränkevertrag, der nach Jahrzehnten die Seiten wechselt, sorgt für Gesprächsstoff in der Branche. KFC stellt seine US-Restaurants ab 2027 von Pepsi auf Coca-Cola um. Für die Aktie ging es zuletzt um rund 1,7 Prozent nach oben, sie nähert sich ihrem Jahreshoch.

Was der Wechsel bedeutet

Der Vertrag betrifft mehr als 3.700 Standorte der Yum-Brands-Kette. Bis Ende des ersten Quartals 2027 sollen alle Filialen Coke ausschenken. Seit Pepsi die Kette 1986 übernahm, blieb KFC in den USA dem Konkurrenten treu, auch nach dem Spinoff. Taco Bell ist nicht Teil des Deals, dort bleibt Pepsi gesetzt.

KFC will mit dem Schritt Gäste zurückgewinnen, die zu Chick-fil-A oder Popeyes abgewandert sind. Die Kette spricht von einem „kritischen Schritt“ für ihr Comeback und von einer Plattform für neue Getränkeideen.

Finanzieller Effekt: überschaubar

Die Analysten rechnen mit einem spürbaren, aber nicht dramatischen Plus. TD Cowen bestätigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 Dollar und schätzt den Beitrag für 2027 auf 10 bis 20 Basispunkte des Konzernumsatzes. Für die Nordamerika-Sparte wären es rund 37 Basispunkte.

BofA beziffert das Volumen auf etwa 500 Millionen Dollar Jahresumsatz. Das entspräche bei Coca-Cola einem Plus von rund 2,5 Prozent im nordamerikanischen Geschäft.

Pepsi trifft es relativ stärker. Rund drei Prozent der Konzentratumsätze in Nordamerika stehen auf dem Spiel, und das in einer Phase, in der sich das Geschäft dort ohnehin zäh erholt.

Das Signal an andere Kunden

Jefferies sieht das größere Problem für Pepsi im Imageverlust. Wenn ein jahrzehntelanger Kunde wechselt, könnten auch bislang als unantastbar geltende Verträge wieder verhandelbar werden. TD Cowen betrachtet Pepsis Nordamerika-Getränkesparte bereits als Marktanteilsspender an Coca-Cola und Keurig Dr Pepper.

Einen Gegenpunkt liefert Pepsis Subway-Gewinn von 2024. Weder Coca-Cola noch Pepsi wiesen ihn als wesentlichen Treiber ihres Absatzes aus. Der Effekt solcher Verträge zeigt sich also eher langsam.

Konkret messbar wird der KFC-Wechsel erst ab 2027, wenn die Umstellung in den Zahlen ankommt. Bis dahin liefert vor allem das Kursziel von 100 Dollar die Orientierung, nur gut sechs Prozent über dem aktuellen Niveau.

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