Coca-Cola Aktie: Zuckersteuer vorerst gestoppt
Die Regierung stimmt die Ausgestaltung der Abgabe erneut ab; ob und in welcher Form sie kommt, ist weiterhin offen.

- Kanzleramt bremst geplante Zuckerabgabe
- Klassische Coke hätte höchsten Steuersatz erreicht
- Zuckerfreie Getränke sollten ausgenommen bleiben
- Coca-Cola-Aktie steigt um 0,29 Prozent
Ein Kasten Coke für 17,42 Euro statt 12 Euro im Angebot: Diese Rechnung stand zuletzt im Raum. Nun hat das Kanzleramt den Gesetzentwurf zur Zuckersteuer von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorerst gestoppt. Für Coca-Cola und die übrigen Getränkehersteller bleibt damit offen, ob und wie die Abgabe kommt.
Höchster Steuersatz für die klassische Coke
Der Entwurf sah drei Stufen vor. Ab fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter wären 26 Cent je Liter fällig geworden, ab sieben Gramm 32 Cent, ab zehn Gramm 38 Cent. Klassische Coca-Cola enthält nach Herstellerangaben 10,6 Gramm und hätte damit den höchsten Satz getroffen.
Bei einem Zwölf-Liter-Kasten ergäben sich 4,56 Euro Steuer. Reichen Handel und Hersteller die Last vollständig weiter, kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer obendrauf. Rechnerisch wäre der Kasten um 5,42 Euro teurer geworden, zuzüglich Pfand.
Coke Zero wäre dagegen verschont geblieben. Getränke ohne Zucker sollten nach der zuletzt geplanten Ausgestaltung ausgenommen werden, ebenso alkoholfreies Bier sowie bestimmte Säfte und Schorlen.
Streit in der Regierung
Der Vorschlag weicht nach Angaben aus Regierungskreisen von der vereinbarten Grundlage der Finanzkommission Gesundheit ab. In dieser Form sei er innerhalb der Regierung nicht mehrheitsfähig. Das Finanzministerium hält grundsätzlich an einer Zuckersteuer fest, die Ministerien stimmen die Ausgestaltung nun erneut ab.
Für den Konzern ist das Thema ein Randrisiko, kein akuter Belastungsfaktor. Die Aktie notierte am Mittag bei 76,34 Euro auf Tradegate, ein Plus von 0,29 Prozent. Die Börse nahm die Nachricht also gelassen auf.
Analysten bleiben zuversichtlich. Die Kursziele der zuletzt acht Beobachter reichen von 87 bis 104 Dollar, das entspricht einem Aufschlag von rund 14 bis 36 Prozent. Die Dividende lag zuletzt bei 2,12 Euro je Aktie, die Rendite bei etwa 2,6 Prozent.
Konkrete Termine für einen neuen Entwurf nennt die Regierung bislang nicht. Erst wenn die Ministerien ihre Abstimmung abgeschlossen haben, lässt sich beziffern, ob Coca-Cola in Deutschland mit Sätzen von bis zu 38 Cent je Liter rechnen muss.
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