Coherent Aktie: 2,05 Milliarden Umsatz im Q4

Coherent übertrifft mit starken Q4-Zahlen die Prognosen deutlich. KI-Nachfrage treibt Umsatz um 34 Prozent, operative Marge steigt auf 12,4 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 34 Prozent
  • KI-Nachfrage treibt Rechenzentrumsgeschäft
  • Operative Marge steigt auf 12,4 Prozent
  • Nvidia hält Milliardenbeteiligung an Coherent

Der Spezialist für Lasersysteme und optische Kommunikation Coherent hat am Wochenende Geschäftszahlen für das vierte Quartal des Fiskaljahres 2026 vorgelegt, die die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen haben. Getrieben durch den anhaltenden Ausbau der KI-Infrastruktur verzeichnete das Unternehmen einen massiven Nachfrageanstieg in seinem Kernsegment für Rechenzentren.

Trotz der positiven Nachrichten reagierte der Kurs am Freitag moderat negativ, was Marktbeobachter vor allem auf Gewinnmitnahmen nach der starken Performance im bisherigen Jahresverlauf zurückführen.

Umsatzsprung durch KI-Optik

Im abgelaufenen Quartal erzielte Coherent einen Umsatz von 2,05 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von rund 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzungen um etwa 70 Millionen US-Dollar. Besonders beeindruckend entwickelte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie (Non-GAAP EPS), das bei 1,74 US-Dollar lag und damit die Prognosen von 1,62 US-Dollar hinter sich ließ.

Das Segment Datacenter & Communications kristallisierte sich dabei als wichtigster Wachstumsmotor heraus. Es steuerte 79 Prozent zum Gesamtersatz bei und wuchs im Jahresvergleich um 59 Prozent.

Parallel dazu verbesserte Coherent seine Profitabilität erheblich: Die operative Marge stieg von lediglich 0,4 Prozent im Vorjahr auf nun 12,4 Prozent. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie effizient das Unternehmen die hohe Auslastung in die Gewinnzone übersetzt. Seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits um 74 Prozent zulegen.

Kapazitätsausbau bei Indiumphosphid

Ein zentraler Punkt der aktuellen Unternehmensstrategie ist die Bewältigung des globalen Engpasses bei Laserdioden. Medienberichten zufolge bestätigte das Management, dass die Nachfrage das Angebot derzeit strukturell übersteigt.

Um diese Lücke zu schließen, forciert Coherent den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten für 6-Zoll-Indiumphosphid-Wafer. Die Produktion in diesem Bereich soll sich schneller als ursprünglich geplant verdoppeln, da die Ausbeute bei der größeren Wafer-Variante bereits das Niveau der älteren 3-Zoll-Technik übertrifft.

Dieser technologische Fortschritt ist für die Branche von hoher Bedeutung, da die optische Vernetzung als einer der kritischen Flaschenhälse bei der Skalierung von KI-Clustern gilt. Fortschritte bei neuen Technologien wie Co-Packaged Optics (CPO) übertreffen laut Unternehmensangaben zudem die bisherigen Erwartungen.

Strategische Beteiligung und positiver Ausblick

Flankiert wird die operative Stärke von einer prominenten Aktionärsstruktur. Aus aktuellen Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht geht hervor, dass der Chiphersteller Nvidia eine Beteiligung in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar an Coherent hält. Dies unterstreicht die strategische Relevanz von Coherent für das Ökosystem der KI-Hardware.

Analysten bewerten die Aktie weiterhin positiv: Von 21 Experten raten 16 zum Kauf, wobei das durchschnittliche Kursziel mit rund 395 US-Dollar deutlich über dem aktuellen Niveau liegt.

Zum Handelsschluss am Freitag notierte der Wert bei 282,60 €, womit die Aktie einen Abstand von etwa 27 Prozent zu ihrem 52-Wochen-Hoch aufweist. Für das kommende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 gab das Management eine optimistische Prognose ab und stellt einen Umsatz zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll demnach auf etwa 1,95 US-Dollar steigen, was die Fortsetzung des Wachstumskurses signalisiert.

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