Coherent Aktie: Nvidia-Beteiligung mit 2 Milliarden bewertet

Coherent verzeichnet trotz Rekordumsatz und Nvidia-Beteiligung deutliche Kursverluste. Lieferkettenprobleme bei InP-Substraten belasten die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Wochenverlust von zwölf Prozent
  • Nvidia beteiligt sich strategisch
  • Rekordumsatz im vierten Quartal
  • Analysten erhöhen Kursziele

Massive Kursverluste im Halbleitersektor haben den jüngsten Aufschwung des Optikspezialisten Coherent am Mittwoch jäh gebremst. Obwohl das Unternehmen zuvor Rekordzahlen und einen prominenten neuen Anteilseigner präsentiert hatte, sorgten Sorgen über Lieferketten und steigende Anleiherenditen für einen deutlichen Rücksetzer. Damit verbuchte das Papier auf Sicht von sieben Tagen einen deutlichen Wochenverlust von 12 Prozent.

Lieferengpässe bei kritischen Komponenten belasteten den Kurs

Der Hauptgrund für die jüngste Schwäche liegt Medienberichten zufolge in einem globalen Engpass bei Indiumphosphid-Substraten (InP). Diese speziellen Materialien sind eine technologische Grundvoraussetzung für die Herstellung von optischen Hochgeschwindigkeitsmodulen, die Coherent für den Einsatz in Rechenzentren liefert.

Da die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin ungebrochen ist, weckt eine Verknappung dieser Rohstoffe Befürchtungen hinsichtlich künftiger Lieferverzögerungen.

Parallel dazu veräußerte Finanzvorstand Sherri R. Luther am Donnerstag im Rahmen eines bereits im November 2025 festgelegten Handelsplans 3.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 324,00 US-Dollar.

Solche automatisierten Verkäufe sind in der Branche üblich, treffen in einer ohnehin volatilen Marktphase jedoch häufig auf eine erhöhte Sensibilität der Anleger. Dennoch notiert der Wert mit 234,52 Euro noch immer rund 5,5 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Strategische Beteiligung durch Nvidia und Rekordumsätze

Dem kurzfristigen Abwärtsdruck stehen fundamentale Erfolge gegenüber. Aus einer Pflichtmitteilung der US-Börsenaufsicht vom 14. August geht hervor, dass der KI-Chip-Gigant Nvidia eine strategische Beteiligung an Coherent eingegangen ist.

Die Position wurde zum Stichtag 30. Juni 2026 mit rund zwei Milliarden US-Dollar bewertet. Dieser Einstieg unterstreicht die systemrelevante Rolle von Coherent für die Hardware-Infrastruktur moderner Künstlicher Intelligenz.

In der vorletzten Woche meldete das Unternehmen für das vierte Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 2,05 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Das Management hob zudem hervor, dass das Segment Datacenter & Communications inzwischen 79 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Für das erste Quartal 2027 gab das Unternehmen eine Umsatzprognose zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden US-Dollar ab, was die Erwartungen vieler Marktteilnehmer übertraf.

Analysten sehen langfristiges Potenzial im KI-Sektor

Trotz der aktuellen Turbulenzen am Markt halten namhafte Analysehäuser an ihrer positiven Einschätzung fest. Die Analysten von Rosenblatt erhöhten am Dienstag ihr Kursziel für Coherent von 425,00 auf 500,00 US-Dollar und bekräftigten ihre Kaufempfehlung. Sie verwiesen dabei auf den glaubwürdigen Pfad des Unternehmens, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 einen Quartalsumsatz von drei Milliarden US-Dollar zu erreichen.

Ebenfalls am Dienstag hob Raymond James das Kursziel von 435,00 auf 448,00 US-Dollar an und stufte den Wert weiterhin als Kauf ein. Zur Begründung hießen es, das starke vierte Quartal und die Dynamik im Bereich der KI-Infrastruktur stützten das Vertrauen in die Aktie. Dass das Vertrauen der Investoren über das gesamte Jahr hinweg groß blieb, zeigt das bisherige Jahresplus von 52 Prozent, welches das Papier trotz der jüngsten Korrektur beibehält.

Zusätzliche technologische Fortschritte sollen die Marktposition festigen. Coherent begann am 17. August mit der Bemusterung von hochwärmeleitfähigen 300-Millimeter-Siliziumkarbid-Substraten.

Diese Bauteile sind darauf ausgelegt, die thermischen Herausforderungen bei der nächsten Generation von KI-Prozessoren zu bewältigen. Laut Unternehmensangaben reicht die Auftragslage für optische Produkte inzwischen bis in das Kalenderjahr 2028 hinein, was für eine außergewöhnlich hohe Planungssicherheit sorgt.

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