Coherent Aktie: Wafer-Kapazität in Texas verdoppelt

Coherent verdoppelt Wafer-Produktion in Texas für KI-Chips. Analysten sehen Kaufsignal, NVIDIA-Partnerschaft treibt Wachstum.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von über sieben Prozent
  • Verdopplung der Wafer-Kapazität in Texas
  • JPMorgan bestätigt Overweight-Rating
  • NVIDIA-Investition treibt Photonik-Forschung

Der Photonikspezialist Coherent legt am Freitag einen fulminanten Kurssprung hin. Die Aktie steigt um 7,18 Prozent auf 336,00 Euro. Damit erholt sich der Titel von einer Konsolidierungsphase, die ihn Anfang Juni auf 387,50 Euro getrieben hatte. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 102,41 Prozent zu Buche. Auf Jahressicht sind es sogar 380 Prozent.

Doppelte Wafer-Kapazität noch 2026

Auslöser der Rally: Coherent verdoppelt seine Indium-Phosphid-Wafer-Kapazität im texanischen Fertigungswerk noch in diesem Jahr. Das Ziel: Die Produktion schneller optischer Komponenten für KI-Rechenzentren absichern. Denn Exportlizenzverzögerungen für kritische Materialien bedrohen die Lieferkette. Das Management will die Kapazität bis Ende 2027 erneut verdoppeln, um die Nachfrage nach 800G- und 1.6T-Transceivern zu decken.

JPMorgan sieht Kaufsignal

Die Kurserholung beflügelt auch eine Analystenstimme. JPMorgan bekräftigt sein „Overweight“-Rating und bezeichnet den Rücksetzer von den Juni-Hochs als Einstiegschance. Die befürchtete Verzögerung bei sogenannter Co-Packaged Optics scheine übertrieben. Die Einführung der nächsten optischen Infrastruktur-Generation verlaufe planmäßig. Die aktuelle Bewertung sei günstig, so die Bank – Coherent spiele eine zentrale Rolle im KI-Netzwerk-Superzyklus.

NVIDIA-Partnerschaft als Wachstumsmotor

Coherents Aufstieg ist eng mit dem Chipriesen NVIDIA verbunden. Die Partnerschaft umfasst eine Zwei-Milliarden-Dollar-Investition von NVIDIA in die Silizium-Photonik-Forschung. Heute steuert das Netzwerksegment rund 75 Prozent des Gesamtumsatzes bei. Treiber: der Wechsel zu 1.6T-Transceiver-Architekturen. Diese ersetzen herkömmliche Kupferverbindungen durch effizientere Lichtübertragung und senken so den Stromverbrauch in Hochleistungsrechnern.

Technische Lage entspannt

Trotz des Kurssprungs notiert Coherent noch 13,29 Prozent unter dem Rekordhoch. Die Aktie liegt deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 298,32 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 188,69 Euro. Der RSI von 54,4 zeigt: Die überverkaufte Phase ist vorbei, überkauft ist der Titel noch nicht. Anleger warten nun auf den Quartalsbericht in der zweiten Jahreshälfte. Er soll zeigen, ob die Margen bei den neuen 1.6T-Produkten tatsächlich steigen.

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