Coinbase Aktie: Banken-Deal und Skepsis von Morgan Stanley

Coinbase bindet über Moov mehr als 1.000 US-Institute an Stablecoin-Technik an, während Morgan Stanley Chancen und Zyklusrisiken abwägt.

Die Kernpunkte:
  • Moov-Partnerschaft erreicht über 1.000 Institute
  • Stablecoin-Infrastruktur für kleinere Banken
  • Morgan Stanley startet Bewertung mit Equal Weight
  • Krypto-Handel bleibt zentraler Umsatzfaktor

Coinbase baut sein Bankengeschäft weiter aus, während Morgan Stanley der Aktie trotz eines optimistischen Kursziels vorerst die kalte Schulter zeigt. Zwei Nachrichten, die zusammen ein interessantes Bild ergeben: Das operative Geschäft wächst, die Bewertung bleibt umstritten.

Stablecoins erreichen die Provinzbank

Coinbase kündigte eine Partnerschaft mit dem Zahlungsdienstleister Moov an, um mehr als 1.000 Community-Banken und Kreditgenossenschaften in den USA an Stablecoin-Infrastruktur anzubinden. Über die Payments-API und Custodial-Wallets von Coinbase sollen kleinere Institute Zahlungsannahme, Abwicklung und Echtzeit-Finanzierung anbieten können, ohne eigene Krypto-Systeme aufzubauen.

Der Schritt reiht sich in eine Strategie ein, die schon länger sichtbar ist. Nach den Partnerschaften mit PNC im Sommer 2025 sowie Anbindungen an Citi und JPMorgan positioniert sich Coinbase zunehmend als Infrastrukturanbieter für traditionelle Banken statt als reine Handelsplattform. Das passt zum erklärten Ziel des Unternehmens, zur „Everything Exchange“ zu werden.

Morgan Stanley sieht Potenzial, aber auch Risiko

Parallel dazu meldete sich Morgan Stanley mit einer Ersteinschätzung zu Wort. Analyst Michael Cyprys startete die Coverage mit „Equal Weight“ und einem Kursziel von 250 Dollar – rein rechnerisch ein Potenzial von rund 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Die neutrale Einstufung begründet er mit einer breiten Ergebnis-Spanne von 50 bis 400 Dollar, die eine Extremvolatilität im Kryptozyklus widerspiegelt.

Cyprys würdigt die Transformation von Coinbase weg vom reinen Bitcoin-Handelsplatz hin zu einer Plattform mit Custody, Stablecoins, Derivaten, Staking und Onchain-Infrastruktur. Zum Ende des zweiten Quartals zählte das Unternehmen 7,6 Millionen monatlich aktive Nutzer und verwaltete Vermögenswerte von 246 Milliarden Dollar auf der Plattform.

Dennoch bleibt der Handel mit Retail-Kryptowährungen mit rund 40 Prozent Umsatzanteil der entscheidende Schwankungsfaktor. Für 2026 erwartet Cyprys einen zyklischen Rücksetzer, gefolgt von einer Erholung 2027 und einer Normalisierung 2028 mit einem adjustierten EBITDA von etwa 3 Milliarden Dollar.

Armstrong sieht den Boden erreicht

Firmenchef Brian Armstrong äußerte sich zuletzt zuversichtlich zur Bitcoin-Entwicklung und sprach von einem erreichten Zyklustief mit Aufwärtstrend bis zum nächsten Halving. Er verwies zudem auf ein Wachstum der Stablecoin-Zahlungen auf der Coinbase-Blockchain Base um 700 Prozent im Jahresvergleich – ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen seine Wetten bewusst über den reinen Bitcoin-Handel hinaus streut.

Genau diese Diversifizierung ist der Kern der Morgan-Stanley-These: Sie hebt den Ertragsboden an, eliminiert aber nicht die grundsätzliche Abhängigkeit vom Kryptozyklus. Ob die Bank-Partnerschaften und der Stablecoin-Ausbau reichen, um diese Abhängigkeit spürbar zu senken, dürfte sich frühestens an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen.

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