Coinbase Aktie: Better Mortgage startet Bitcoin-Darlehen

Coinbase gerät durch die Kryptomarkt-Korrektur unter Druck, während neue Angebote, Stablecoin-Konkurrenz und Quartalszahlen das Umfeld prägen.

Die Kernpunkte:
  • Coinbase-Papier verliert 7,1 Prozent
  • Bitcoin fällt unter 80.000 US-Dollar
  • Tokenisierte Aktien auf Base gestartet
  • Bitcoin-besicherte Immobilienkredite eingeführt

Ein breiter Rücksetzer am Kryptomarkt belastet am heutigen Freitag die Aktie von Coinbase. Während die Handelsplattform zuletzt mehrere strategische Partnerschaften und neue Produktfunktionen vorstellte, sorgt der Abwärtsdruck bei den führenden digitalen Vermögenswerten für einen deutlichen Kursrückgang des Papiers.

Der heutige Tagesverlust von 7,1 Prozent spiegelt eine allgemeine Marktkorrektur wider, bei der Bitcoin unter die Marke von 80.000 US-Dollar rutschte.

Gewinnmitnahmen belasten den Sektor

Nach einer jüngsten Rallye kam es am Kryptomarkt zu umfangreichen Liquidationen. Medienberichten zufolge wurden Positionen im Wert von über 600 Millionen US-Dollar aufgelöst, was den gesamten Marktwert digitaler Assets um mehr als 100 Milliarden US-Dollar reduzierte. Neben Bitcoin verzeichneten auch Ethereum, Binance Coin und Ripple Rückgänge zwischen 2 und 5 Prozent.

Diese Sektor-Schwäche trifft Coinbase in einer Phase operativer Expansion. Die Aktie weist aktuell einen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von minus 56 Prozent auf. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anleger damit auf 24 Prozent, da das Papier die Volatilität der zugrunde liegenden Kryptowerte unmittelbar nachvollzieht.

Expansion bei tokenisierten Aktien und Immobilienkrediten

Trotz der Marktturbulenzen trieb das Unternehmen in der laufenden Woche seine Produkt-Roadmap voran. Am Montag startete Coinbase auf seiner Base-Blockchain den Handel mit tokenisierten US-Aktien.

In Zusammenarbeit mit der Oracle-Infrastruktur von Chainlink können Nutzer nun onchain mit digitalen Abbildern der Wertpapiere von Apple, Nvidia, Meta und Alphabet interagieren. Dies soll Anlegern ermöglichen, rund um die Uhr Renditen auf Aktienbestände zu erzielen oder diese als Sicherheit für Kredite zu nutzen.

Parallel dazu erfolgte gestern der offizielle Start eines neuartigen Hypothekenprodukts. Gemeinsam mit Better Mortgage bietet Coinbase nun token-basierte Darlehen an, die durch Bitcoin besichert sind.

Das Programm kombiniert klassische Immobilienkredite mit kryptogebundenen Darlehen zur Deckung der Anzahlung. Laut einer Unternehmensmitteilung verzeichnete die Warteliste für dieses Produkt bereits vor dem offiziellen Start ein potenzielles Kreditvolumen von mehr als 260 Millionen US-Dollar.

Regulatorische Hoffnung und neue Konkurrenz

Im politischen Umfeld von Washington setzt CEO Brian Armstrong auf regulatorische Fortschritte. In einem Gespräch im Katie Miller Podcast am Mittwoch erklärte Armstrong, dass er eine entscheidende Abstimmung über den sogenannten CLARITY Act für den 15. September erwartet.

Dieses Gesetzesvorhaben soll den Rahmen für die Nutzung von Blockchain-Technologie im US-Finanzsystem definieren. Armstrong gab sich zudem in einem Auftritt bei CNBC optimistisch, dass die Talsohle im Spot-Handel durchschritten sei.

Allerdings erwächst Coinbase im Bereich der Stablecoins neue Konkurrenz durch etablierte Finanzinstitute. Medienberichten zufolge, die sich auf das Wall Street Journal berufen, bereiten JPMorgan Chase und ein Konsortium großer Banken die Ausgabe eigener Stablecoins vor. Diese Entwicklung belastete den Kurs bereits am Mittwoch, da Coinbase signifikante Einnahmen aus der Partnerschaft mit dem Stablecoin-Emittenten Circle generiert.

In den zuletzt veröffentlichten Geschäftszahlen für das zweite Quartal am 30. Juli wies Coinbase einen Nettoumsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar aus. Davon entfielen knapp 600 Millionen US-Dollar auf Transaktionsgebühren und rund 555 Millionen US-Dollar auf Abonnements und Dienstleistungen.

Trotz eines Nettoverlusts von 359,5 Millionen US-Dollar in diesem Zeitraum erreichte das Unternehmen einen Marktanteil am Krypto-Handelsvolumen von 10,3 Prozent. Für das laufende dritte Quartal stellt das Management Umsätze im Bereich Abonnements zwischen 500 und 580 Millionen US-Dollar in Aussicht.

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