Coinbase Aktie: CFTC registriert Clearingtochter
Die CFTC registrierte Coinbase Clearing; zugleich bauen Coinbase und Citi ihre Zusammenarbeit aus und erweitern das Kreditangebot.

- CFTC registriert Coinbase Clearing als Derivate-Clearingstelle
- Coinbase plant USDC als Sicherheitenmittel
- Citi-Kooperation verbindet Bankkonten mit Krypto-Infrastruktur
- HYPE und ZEC als Kreditsicherheiten zugelassen
Die US-Kryptobörse Coinbase treibt den Umbau ihrer Plattform zu einem voll integrierten Finanzdienstleister voran. Durch eine behördliche Registrierung und eine vertiefte Partnerschaft mit der US-Großbank Citi erweitert das Unternehmen seine operative Reichweite im traditionellen und regulierten Derivatehandel deutlich.
Am Markt spiegelt sich diese Ausrichtung wider: Im gestrigen Handel ging die Aktie mit einem leichten Minus von 0,7 Prozent bei 167,58 Euro aus dem Handel.
Vollständige Abwicklungskette für besicherte Kontrakte
Am Montag registrierte die US-Aufsichtsbehörde CFTC die Unternehmenstochter Coinbase Clearing LLC als offizielle Derivate-Clearingorganisation. Damit schließt das Institut die letzte Lücke in seiner internen Kette aus Handelsplatz, Brokerage und Abwicklung für den US-Markt. Der Genehmigungsumfang umfasst voll besicherte Futures, Futures-Optionen und Swaps.
Coinbase beabsichtigt, den Stablecoin USDC als natives Sicherheitenmittel einzusetzen und eine kontinuierliche Abwicklung rund um die Uhr zu etablieren. Eine Verpflichtung zur Nutzung von USDC besteht seitens der Aufsicht nicht.
Gehebelte Kontrakte sowie geplante Perpetual-Futures auf Einzelaktien verbleiben vorerst bei externen Clearingpartnern. Wann die ersten intern abgewickelten Derivatekontrakte starten, gab das Unternehmen bisher nicht bekannt. Bereits im zweiten Quartal 2026 lagen im Schnitt 20 Milliarden USDC in Coinbase-Produkten.
Brückenschlag in das traditionelle Firmenkundengeschäft
Nahezu zeitgleich bauten Coinbase und die US-Großbank Citi ihre seit Oktober 2025 bestehende Kooperation aus. Die Ausweitung startet zunächst auf dem US-Heimatmarkt und verknüpft Bankkonten mit Krypto-Infrastruktur. Über die Plattform Spring by Citi können institutionelle Firmenkunden künftig Zahlungen in Stablecoins empfangen. Die Umwandlung in Fiat-Geld übernimmt Coinbase im Hintergrund, während Citi die eigentliche Bankabwicklung steuert.
Umgekehrt erlauben virtuelle Konten die automatische Konvertierung eingehender Fiat-Zahlungen in Stablecoins. Nach Angaben der beteiligten Häuser soll dieser Schritt Unternehmenskunden den Zugang zu weltweit über 150 Millionen Stablecoin-Besitzern erleichtern, ohne dass die Firmen selbst eigene Blockchain-Systeme betreiben müssen. Finanzielle Details, Handelsvolumina und die konkret unterstützten Währungen wurden nicht offengelegt.
Krediterweiterung und Nebengeräusche im Markt
Neben dem institutionellen Ausbau erweiterte die Handelsplattform gestern ihr Angebot an besicherten Krediten für berechtigte US-Kunden abseits des Bundesstaats New York. Nutzer können nun zusätzlich die Token HYPE und ZEC als Sicherheiten hinterlegen, um Kredite von bis zu 100.000 US-Dollar in USDC aufzunehmen. Die technische Abwicklung erfolgt über das Protokoll Morpho mit einer anfänglichen Beleihungsquote von maximal 49 Prozent.
Abseits der operativen Schritte sah sich Coinbase mit Anschuldigungen aus der Branche konfrontiert. BlockTower-Gründer Ari Paul erhob am Montag auf dem Kurznachrichtendienst X schwere Vorwürfe gegen den Konzern.
Paul sprach von einem Verlust in Höhe von 25 Millionen US-Dollar bei seiner eigenen Firma sowie angeblich vertuschten Schäden von über einer Milliarde Dollar bei mindestens zwölf Unternehmen durch frühere Sicherheitsvorfälle. Belege legte er unter Verweis auf laufende Klagen nicht vor. Der Coinbase-Support signalisierte lediglich eine direkte Kontaktaufnahme zur Überprüfung.
Trotz der jüngsten strategischen Meilensteine bleibt das Papier an der Börse zurückhaltend bewertet. Mit einem Abstand von 52 Prozent zum 52-Wochen-Hoch notiert der Titel weiterhin spürbar unter seinen Höchstständen der vergangenen zwölf Monate.
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