Coinbase Aktie: Das Underweight-Urteil!
Die Bank erwartet geringere Erlöse und Erträge bei Coinbase; zugleich belastet ein niedrigerer Bewertungsfaktor das Kursziel.

- Morgan Stanley stuft Coinbase herab
- Kursziel fällt auf 120 US-Dollar
- Prognosen für 2027 und 2028 gekürzt
- Quartalsgewinn vor allem durch Krypto-Anlagen
Morgan Stanley hat Coinbase heute von „Equalweight“ auf „Underweight“ herabgestuft. Die Bank erwartet schwächere Geschäfte und setzt zugleich einen niedrigeren Bewertungsmaßstab an. Damit rückt für Anleger die künftige Ertragskraft in den Mittelpunkt: Der hohe Quartalsgewinn allein reicht den Analysten nicht als Argument für die Aktie.
Deutliche Einschnitte bei den Prognosen
Das Kursziel sinkt von 258 auf 120 US-Dollar. Morgan Stanley begründet die vorsichtigere Einschätzung mit der jüngsten Handelsentwicklung und einem schwächeren Umsatzausblick. Hinzu komme Unsicherheit nach dem Binance-Hack.
Die Herabstufung betrifft damit nicht nur die Stimmung gegenüber Kryptowerten. Die Bank korrigiert ihre Erwartungen an das Geschäft von Coinbase selbst. Entscheidend ist aus ihrer Sicht, wie viel Umsatz und operativer Ertrag das Unternehmen künftig erwirtschaften kann.
Für 2027 kürzt Morgan Stanley die Umsatzprognose um 28 %. Für 2028 beträgt der Abschlag 18 %. Die Bank rechnet damit für beide Jahre mit weniger Geschäft als zuvor angenommen.
Noch stärker fallen die Korrekturen beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus. Das zeigt, dass die Analysten nicht nur geringere Erlöse erwarten. Auch ihre Einschätzung der daraus erzielbaren Erträge fällt vorsichtiger aus.
Die bereinigte EBITDA-Schätzung für 2027 sinkt um 47 %, jene für 2028 um 25 %. Für das spätere Jahr erwartet Morgan Stanley nun 2,4 Milliarden US-Dollar.
Niedrigere Bewertung verschärft den Druck
Zusätzlich senkt Morgan Stanley den Bewertungsfaktor auf das EBITDA von 20 auf 12. In schwächeren Zyklen könne dieser Faktor nach Einschätzung der Bank in Richtung 10 tendieren.
Das niedrigere Kursziel hat somit zwei Ursachen: reduzierte Ergebniserwartungen und eine geringere Bewertung dieser erwarteten Ergebnisse. Für eine günstigere Einschätzung müsste sich deshalb nicht allein die Handelsaktivität verbessern. Auch die Bereitschaft zur höheren Bewertung wäre relevant.
Andere Analysten bleiben deutlich zuversichtlicher. Die weiteren genannten Kursziele reichen von 145 bis 280 US-Dollar. Die große Spanne verdeutlicht, wie unterschiedlich die künftige Ertragskraft von Coinbase eingeschätzt wird.
Diese Uneinigkeit macht die operative Entwicklung besonders wichtig. Der ausgewiesene Nettogewinn liefert dafür nur einen eingeschränkten Maßstab, weil Veränderungen der eigenen Krypto-Anlagen das Ergebnis stark beeinflussen können.
Quartalsgewinn verdeckt schwächeres Handelsgeschäft
Im dritten Quartal 2026 erzielte Coinbase einen Nettogewinn von 718,7 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig beliefen sich die Gewinne aus eigenen Krypto-Investments auf 715 Millionen US-Dollar. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 35 %.
Der hohe Gewinn ging damit nicht mit einer entsprechenden Stärke des laufenden Geschäfts einher. Gerade diese Trennung zwischen Anlagegewinnen und operativer Entwicklung erklärt, weshalb ein kräftiges Gewinnplus die skeptischere Analysteneinschätzung nicht verhindert.
Einen Gegenpol bildeten die Prognosemärkte mit einer annualisierten Umsatzrate von mehr als 200 Millionen US-Dollar.
Diese Angebote liefern einen Wachstumsansatz, ändern aber nichts an der Schwäche des Handelsgeschäfts. Morgan Stanleys Urteil legt den Schwerpunkt deshalb auf die Belastbarkeit künftiger Erträge. Für Anleger ist entscheidend, ob neue Erlösquellen den Rückgang im bisherigen Geschäft ausreichend ausgleichen können.
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