Coinbase Aktie: Demokraten holen sich beide Kammern

TD Cowen sieht in den kommenden zwei Jahren kaum Fortschritte beim Clarity Act; der Genius Act startet im Januar.

Die Kernpunkte:
  • Sherrod Brown gewinnt Senatswahl in Ohio
  • TD Cowen erwartet Stillstand beim Clarity Act
  • Genius Act tritt im Januar in Kraft
  • Fairshake will 2028 erneut antreten

Die Zwischenwahlen haben Washington für die Kryptobranche neu sortiert. Demokraten kontrollieren künftig beide Kammern, und damit rückt ein Gesetz in weite Ferne, auf das die Industrie große Hoffnungen gesetzt hatte: der Clarity Act. Für Coinbase als größte US-Börse für Kryptowährungen ist das mehr als ein politisches Randthema.

Brown kehrt zurück

Besonders schmerzt die Branche der Ausgang in Ohio. Dort setzte sich Sherrod Brown gegen den von Stand With Crypto unterstützten Republikaner Jon Husted durch. Krypto-Lobbygruppen hatten Dutzende Millionen Dollar investiert, um genau das zu verhindern. Brown führte früher den Bankenausschuss des Senats, der für digitale Assets zuständig ist, und gilt als kritisch gegenüber der Branche. Er könnte bereits ab dem 15. Dezember wieder im Senat sitzen.

Die Analysten von TD Cowen halten es für unwahrscheinlich, dass der Clarity Act in den kommenden zwei Jahren vorankommt. Zudem erwarten sie Untersuchungen zu Donald Trumps Krypto-Geschäften, darunter World Liberty Financial. Ein Gesetz, das die Branche mittragen könnte, werde in diesem Klima womöglich unmöglich, heißt es in der Einschätzung.

Coinbase gibt sich gelassen

Coinbase-Politikchefin Kara Calvert räumte Gegenwind für überparteiliche Vorhaben im nächsten Jahr ein. Gleichzeitig betont sie, Krypto sei zu 100 Prozent überparteilich. Aus ihrer Sicht zieht zudem ein Rekord an krypto-freundlichen Neulingen in den Kongress ein.

Die Zahlen von Stand With Crypto stützen diese Lesart teilweise. Im Senat gelten 19 gewählte Kandidaten als krypto-freundlich, acht als kritisch. Im Repräsentantenhaus stehen rund 228 Befürwortern 106 Gegner gegenüber. Die Super-PAC Fairshake gewann nach eigenen Angaben 29 von 34 Rennen, in die sie investiert hatte.

Innerhalb der Branche wächst derweil die Kritik an der Mittelverwendung. Ein Insider fragt, ob das Geld für Browns Rennen nicht besser in klassische Lobbyarbeit zum Clarity Act geflossen wäre. Fairshake kündigt an, 2028 erneut anzutreten.

Was trotzdem weiterläuft

Ganz ohne Rückenwind bleibt die Branche nicht. Das Stablecoin-Gesetz Genius Act, 2025 mit breiter Mehrheit beschlossen, tritt im Januar in Kraft. Circle-Manager Dante Disparte rechnet damit, dass Demokraten sich dafür mitverantwortlich fühlen. Auch Regulierungsbehörden können per Regelsetzung vieles voranbringen, etwa bei der Tokenisierung von Aktien unter der fünfjährigen Innovationsausnahme der SEC.

Der nächste konkrete Termin ist Browns mögliche Rückkehr am 15. Dezember. Dann zeigt sich, wie schnell der Bankenausschuss Aufsicht und Untersuchungen auf die Agenda setzt.

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