Coinbase Aktie: Kursziel auf 212 Dollar angehoben
Coinbase gewinnt 7,3 Prozent, erhält ein höheres Cantor-Kursziel und beruft Anthony Armstrong. US-Abstimmung zum Krypto-Gesetz folgt.

- Coinbase-Aktie legt 7,3 Prozent zu
- Cantor Fitzgerald erhöht Kursziel auf 212 Dollar
- Anthony Armstrong verstärkt Verwaltungsrat
- US-Senat plant Abstimmung am 15. September
Die Aktie von Coinbase verzeichnet am heutigen Donnerstag einen deutlichen Kursanstieg. Anleger reagieren damit auf eine Kombination aus einer positiven Analysteneinschätzung, einer hochkarätigen Neubesetzung im Aufsichtsrat sowie der Erwartung bedeutender regulatorischer Fortschritte in den USA.
Der Kurs kletterte heute um 7,3 Prozent auf 162,04 Euro und konnte damit einen Teil der Verluste seit Jahresbeginn wettmachen, obgleich das Papier auf Jahressicht noch immer 19 Prozent im Minus notiert.
Kursziel-Anhebung und operative Zuversicht
Maßgeblicher Treiber für die heutige Kursstärke ist eine aktuelle Studie von Cantor Fitzgerald. Der Analyst Ramsey El-Assal hob heute das Kursziel für Coinbase von 184 auf 212 US-Dollar an und bestätigte seine Einstufung mit „Overweight“. Die Experten passten ihr Bewertungsmodell an, um die jüngsten Kommentare des Managements sowie den Ausblick auf das dritte Quartal 2026 zu berücksichtigen.
Die optimistische Einschätzung fällt in eine Phase, in der sich das Handelsumfeld für Krypto-Assets stabilisiert. Medienberichten zufolge hat sich die Kryptowährung Bitcoin in der vergangenen Woche über der Marke von 77.500 US-Dollar gefestigt.
Zudem verzeichneten US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs gestern erneut Nettozuflüsse, was die Handelsaktivität auf Plattformen wie Coinbase stützt. Das Unternehmen hatte bereits im zweiten Quartal 2026 einen Marktanteil am Handelsvolumen von 10,3 Prozent erreicht – der dritte Rekordwert in Folge.
Strategische Neubesetzung und legislative Weichenstellungen
Parallel zur Kursentwicklung gab es wichtige personelle Veränderungen im Unternehmen. Am Dienstag wurde Anthony Armstrong in das Board of Directors sowie in den Prüfungs- und Compliance-Ausschuss berufen.
Armstrong, der zuvor als Finanzvorstand für Unternehmen wie xAI und X Corp. tätig war und fast ein Jahrzehnt bei Morgan Stanley verbrachte, erweitert das Gremium auf zehn Mitglieder. Seine Expertise im Bereich Kapitalmärkte und Großtransaktionen wird als strategische Stärkung für die künftige Expansion und die Einhaltung regulatorischer Standards gewertet.
Besonderes Augenmerk richten Investoren zudem auf den 15. September. An diesem Tag ist im US-Senat eine verfahrenstechnische Abstimmung über den „Digital Asset Market Clarity Act“ geplant.
CEO Brian Armstrong äußerte sich zuversichtlich, dass dieser Gesetzentwurf noch im laufenden Monat verabschiedet werden könnte. Das Gesetz soll einen bundesweiten Rahmen für die Regulierung digitaler Vermögenswerte schaffen und klare Regeln für Zahlungen, Verwahrung und den Handel durch Finanzinstitute festlegen.
Finanzielle Basis und Ausblick
Trotz der regulatorischen Hoffnungswerte bleibt die finanzielle Lage des Konzerns differenziert. Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Coinbase einen Nettoumsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar.
Davon entfielen rund 599,2 Millionen US-Dollar auf Transaktionseinnahmen und 555,1 Millionen US-Dollar auf das Abonnement- und Dienstleistungsgeschäft. Während das bereinigte EBITDA mit 207,8 Millionen US-Dollar positiv ausfiel, verbuchte das Unternehmen unter dem Strich einen Nettoverlust von 359,5 Millionen US-Dollar.
Es war das 14. Quartal in Folge mit einem positiven bereinigten EBITDA, was die operative Belastbarkeit in einem volatilen Marktumfeld unterstreicht. Ob die Aktie ihren Aufwärtstrend nachhaltig fortsetzen kann, wird sich voraussichtlich Ende Oktober zeigen: Coinbase hat die Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen für den 29. Oktober angekündigt.
Bis dahin dürfte die Kursentwicklung maßgeblich von den Fortschritten beim Gesetzgebungsverfahren in Washington und der weiteren Entwicklung der Zuflüsse in Krypto-Anlageprodukte abhängen.
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