Coinbase Aktie: Kursziel-Schere weitet sich
Nach enttäuschenden Quartalszahlen klafft die Kurszielspanne bei Coinbase weit auseinander. Die Prognose für Transaktionserlöse liegt deutlich unter den Erwartungen, während Marktanteile im Krypto-Handel wachsen.

- Kurszielspanne von 130 bis 230 Dollar
- Umsatzrückgang um 14 Prozent im zweiten Quartal
- Transaktionserlöse-Prognose 39 Prozent unter Schätzungen
- Rekord-Marktanteil von 10,3 Prozent im Krypto-Handel
Nach den enttäuschenden Quartalszahlen ist sich die Analystenzunft alles andere als einig, wie viel die Coinbase-Aktie noch wert ist. Die Kursziele reichen mittlerweile von 130 bis 230 Dollar — eine Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich die Profis die Zukunft der Krypto-Börse einschätzen.
Freedom Broker hat sein Kursziel von 225 auf 185 Dollar gesenkt, die Kaufempfehlung aber beibehalten. Baird sieht die Aktie bei nur 130 Dollar, Needham bei 177 Dollar, während Benchmark trotz der verpassten Erwartungen bei 230 Dollar bleibt. Diese Streuung spiegelt vor allem die Unsicherheit über die künftige Handelsaktivität wider — ein Punkt, an dem sich die Geister scheiden.
Der Ausblick bereitet mehr Sorgen als das Quartal selbst
Das zweite Quartal fiel bereits schwach aus: Der Umsatz sank um 14 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar und verfehlte die Konsensschätzung von 1,29 Milliarden Dollar um rund 5 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,40 Dollar, während der Markt mit einem Plus von 0,12 Dollar gerechnet hatte.
Richtig nervös macht Anleger aber der Blick nach vorn. Die Transaktionserlöse liefen bis zum 26. Juli auf einen Quartals-Kurs von nur rund 460 Millionen Dollar hinaus — etwa 39 Prozent unter den bisherigen Schätzungen. Auch die Prognose für Abo- und Servicegebühren liegt mit einer Spanne von 500 bis 580 Millionen Dollar rund 15 Prozent unter den Erwartungen der Wall Street.
Ein Lichtblick bleibt der Marktanteil im Krypto-Handel: Er kletterte auf ein Rekordhoch von 10,3 Prozent, nach 9,1 Prozent im ersten Quartal — und das, obwohl die Spot-Volumina am Gesamtmarkt um 25 Prozent einbrachen. Coinbase gewinnt also Marktanteile in einem schrumpfenden Kuchen, was die Diskussion um die richtige Bewertung zusätzlich anheizt.
Kostendisziplin als Gegengewicht
Beim Sparen zeigt sich das Management konsequenter als beim Wachstum. Die bereinigten Ausgaben sanken um 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 1,035 Milliarden Dollar, begünstigt durch einen Stellenabbau von 14 Prozent. Für das laufende Jahr hat Coinbase die Kostenprognose auf eine Spanne von 4,20 bis 4,45 Milliarden Dollar eingeengt — der Mittelwert für das dritte Quartal liegt damit rund 4 Prozent unter den Analystenschätzungen.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die schwache Transaktionsprognose eine vorübergehende Delle im Krypto-Handelsvolumen ist oder ein strukturelles Problem. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen den Extremwerten der Analysten gefangen — mit einer Spanne von 100 Dollar zwischen dem pessimistischsten und dem optimistischsten Kursziel.
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