Coinbase Aktie: Politische Spannung

Coinbase droht mit Rückzug vom CLARITY Act, während Bank of America und Goldman Sachs die Aktie auf 'Buy' hochstufen. Die Anhörung am 15. Januar ist entscheidend für die Stablecoin-Erträge.

Die Kernpunkte:
  • Drohender Rückzug von wichtiger US-Gesetzgebung
  • Starke Analystenunterstützung trotz regulatorischer Spannungen
  • Entscheidende Anhörung am 15. Januar 2026
  • Technische Indikatoren senden Verkaufssignale

Coinbase gerät heute zwischen die Fronten: Auf der einen Seite droht das Unternehmen, seine Unterstützung für den wichtigen CLARITY Act zurückzuziehen, auf der anderen Seite stehen frische Kaufempfehlungen großer US-Banken. Wie wirkt sich dieser Mix aus regulatorischem Risiko und Analystenoptimismus auf die Perspektive der Aktie aus?

  • Coinbase stellt Unterstützung für CLARITY Act bei Stablecoin-Einschränkungen infrage
  • Stablecoin-Erträge von rund 1,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 unter Druck
  • Bank of America und Goldman Sachs stufen auf „Buy“ hoch
  • Wichtiger Termin: Anhörung zum CLARITY Act am 15. Januar
  • Technische Indikatoren trotz positiver Analystenstimmen eher schwach

Streit um Stablecoin-Erträge

Auslöser der aktuellen Spannungen ist eine politische Eskalation in Washington. Laut Bloomberg hat Coinbase signalisiert, seine Unterstützung für den CLARITY Act zurückzuziehen, falls das Gesetz Belohnungen für Stablecoin-Inhaber einschränkt. Die Abstimmungsvorbereitung im Bankenausschuss des US-Senats ist bereits für Donnerstag angesetzt.

Im Zentrum steht eine zentrale Einnahmequelle. 2025 erzielte Coinbase rund 1,3 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Stablecoins, vor allem über die Partnerschaft mit Circle bei USD Coin (USDC). Über das Abo-Modell Coinbase One bietet die Börse derzeit bis zu 3,5 % Ertrag auf USDC-Guthaben.

Die American Bankers Association (ABA) geht massiv gegen diese Vergütungen vor. Sie argumentiert, dass solche Angebote Einlagen aus dem klassischen Bankensystem abziehen. Coinbase-Produktchef Faryar Shirzad warnt hingegen, Beschränkungen könnten die internationale Wettbewerbsfähigkeit des US-Dollars schwächen – insbesondere, da China Zinszahlungen in seine digitale Yuan-Variante integriert.

Analysten setzen Kontrapunkt

Trotz des regulatorischen Gegenwinds kommen von der Wall Street klare Unterstützungszeichen. Bank of America und Goldman Sachs haben Coinbase im Januar auf „Buy“ hochgestuft.

Bank of America nennt ein Kursziel von 340 US-Dollar. Das liegt deutlich über dem aktuellen Kursniveau um 240 US-Dollar. Begründet wird dies mit der strategischen Expansion in den Handel mit Aktien und ETFs sowie der möglichen Monetarisierung der eigenen Layer-2-Blockchain „Base“. Diese Wachstumstreiber sollen die Bewertung trotz politischer Unsicherheit stützen.

Parallel dazu hat Bernstein sein Kursziel zwar von 510 auf 440 US-Dollar reduziert, bleibt aber bei „Outperform“. Die Analysten signalisieren damit, dass der langfristige Investmentcase aus ihrer Sicht intakt bleibt, kurzfristige Erwartungen jedoch angepasst werden.

Globale Rahmenbedingungen und Wettbewerb

Der Konflikt um den CLARITY Act macht deutlich, wie fragil die US-Regulierung für digitale Assets ist. Bloomberg-Intelligence-Analyst Nathan Dean sieht die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz im ersten Halbjahr 2026 verabschiedet wird, inzwischen bei unter 70 %. Damit entsteht ein Spannungsfeld: Bleibt der Status quo, sind die lukrativen Stablecoin-Einnahmen vorerst gesichert, gleichzeitig verzögert sich aber die dringend erwartete Rechtssicherheit.

Auf globaler Ebene kommen dagegen positive Impulse. In Südkorea hebt die Finanzaufsicht FSC ein seit neun Jahren bestehendes Verbot für Kryptoanlagen in Unternehmensbilanzen auf. Rund 3.500 Firmen dürfen künftig bis zu 5 % ihres Eigenkapitals in Kryptowährungen investieren. Das könnte mittelfristig zusätzliche Liquidität in den Markt bringen, von der Coinbase über höhere Handelsvolumina profitieren könnte.

Im Bereich neuer Produkte bleibt die Regulierung jedoch herausfordernd. Bank of America lobt zwar den Einstieg von Coinbase in Prognosemärkte. Gleichzeitig haben Aufseher im US-Bundesstaat Tennessee Wettbewerbern wie Polymarket und Kalshi per Unterlassungsverfügung Geschäfte untersagt. Das zeigt: Der Markt wächst – Robinhood etwa setzte im Oktober 2025 rund 2,5 Milliarden Kontrakte um –, steht aber unmittelbar unter rechtlichem Druck, den auch Coinbase genau adressieren muss.

Chartbild und Ausblick

Kurzfristig rückt der 15. Januar in den Fokus. Die Sitzung des Bankenausschusses zum CLARITY Act dürfte maßgeblich bestimmen, wie sich der regulatorische Pfad in den USA entwickelt. Scheitert der Vorstoß zunächst, könnte dies kurzfristige Kursschwankungen auslösen, aber zugleich die margenstarken Stablecoin-Erlöse von Coinbase vorerst absichern.

Aus technischer Sicht zeigt sich ein anderes Bild als in den positiven Analystenkommentaren. Die Aktie notiert heute bei rund 240 US-Dollar. Gleitende Durchschnitte (SMA und EMA) sowie der MACD senden aktuell Verkaufssignale. Für eine Bestätigung der optimistischen Kursziele von Bank of America wäre ein Ausbruch über die nächstliegenden Widerstände erforderlich. Solange dieser Ausbruch ausbleibt, bleibt die Diskrepanz zwischen fundamentaler Story und technischem Signal ein zentraler Punkt für die weitere Kursentwicklung.

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