Coinbase Aktie: Regulatorischer Zangenangriff
Connecticut geht gegen Coinbase und weitere Plattformen vor, während der Senat ein Krypto-Gesetz scheitern lässt und Unsicherheit fortbesteht.

- Connecticut erlässt Verfügungen gegen Plattformen
- Sportkontrakte geraten ins Visier der Behörden
- Clarity Act verfehlt Senatsmehrheit
- Lobbygruppe kündigt Bewertungen von Senatoren an
Coinbase steckt in einer Zangenbewegung zwischen Behörden und Kongress. Auf der einen Seite drängen US-Bundesstaaten auf ein Verbot von Sport-Event-Kontrakten, auf der anderen Seite scheiterte im Senat ausgerechnet das Gesetz, das der Branche endlich klare Regeln geben sollte. Für ein Unternehmen, das seine Zukunft auf regulatorische Klarheit gebaut hat, ist das ein doppelter Rückschlag.
Connecticut zieht die Zügel an
Die Verbraucherschutzbehörde von Connecticut hat vergangene Woche Unterlassungsverfügungen gegen neun Prediction-Market-Plattformen erlassen — darunter Coinbase, Polymarket, Crypto.com und Robinhood.
Der Vorwurf: Sportbezogene Event-Kontrakte seien illegales Glücksspiel, das nur lizenzierten Sportsbooks vorbehalten sei. Connecticut reiht sich damit in eine wachsende Front von mehr als einem Dutzend Bundesstaaten ein, die bereits gegen Anbieter wie Kalshi vorgegangen sind.
Konkurrent Underdog hat als Reaktion Connecticut verklagt und argumentiert, als von der Commodity Futures Trading Commission regulierter Marktplatz falle er unter Bundesrecht, nicht unter einzelstaatliches Glücksspielrecht.
Das Unternehmen hatte bereits zuvor fünf weitere Bundesstaaten verklagt. Ob Coinbase einen ähnlichen juristischen Weg einschlägt, ist bislang offen — die Rechtslage für Event-Kontrakte bleibt damit von Bundesstaat zu Bundesstaat ein Flickenteppich.
Clarity Act scheitert im Senat
Parallel zur Bundesstaaten-Front kassierte die Krypto-Branche eine Niederlage in Washington. Der Senat konnte die nötige Mehrheit für den Clarity Act nicht zusammenbekommen, der die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen SEC und CFTC klar hätte aufteilen sollen.
Verhandlungen über Ethikauflagen, Entwickler-Schutz und die Aufsicht über Krypto-Handelsunternehmen scheiterten in letzter Minute — Demokraten und Republikaner blieben bis zur Abstimmung uneins.
Die von Coinbase unterstützte Lobbygruppe Stand With Crypto reagierte scharf und kündigte an, das Abstimmungsverhalten der Senatoren in ihre Wählerbewertungen vor den Zwischenwahlen im November einfließen zu lassen.
Nach eigenen Angaben hatte die Gruppe allein im August fast 50.000 Kontaktaufnahmen mit dem Kongress organisiert. Für Coinbase bedeutet das gescheiterte Gesetz vor allem eines: Die regulatorische Unsicherheit, unter der das Unternehmen seit Jahren operiert, bleibt bestehen.
Die Kombination aus einzelstaatlichem Gegenwind bei Event-Kontrakten und der ausbleibenden Bundesregulierung setzt Coinbase in zwei Politikfeldern gleichzeitig unter Druck. Die Zwischenwahlen im November dürften nun zum nächsten Prüfstein werden, an dem sich zeigt, ob die Lobbyarbeit der Branche neue Mehrheiten für ein überarbeitetes Gesetz schaffen kann.
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