Coinbase Aktie: Skeptische Blicke?
Coinbase verliert nach Rückzug von Gesetzesunterstützung und Analystenabwertungen deutlich an Wert. Neue Produkte und Quanten-Sicherheitsinitiative sollen langfristig gegensteuern.

- Politischer Rückzieher bei Krypto-Gesetz verunsichert
- Analysten senken Kursziel vor Quartalszahlen
- Aktie verliert deutlich an Wert in kurzer Zeit
- Neue Liquiditätsprodukte und Quanten-Board als Gegenmaßnahme
Coinbase legt sich mit der Politik an – und die Börse reagiert empfindlich. Der abrupte Kurswechsel bei einem zentralen Krypto-Gesetz, kombiniert mit Analysten-Skepsis und technischen Problemen, hat die Aktie spürbar ins Straucheln gebracht. Parallel versucht das Management, mit langfristigen Projekten wie Quanten-Sicherheit und neuen Liquiditätsprodukten ein Gegenwicht zu setzen.
Politischer Rückzieher sorgt für Unsicherheit
Auslöser der aktuellen Schwächephase ist der überraschende Rückzug der Unterstützung für den „CLARITY Act“. Am 23. Januar 2026 erklärte Coinbase öffentlich, das Gesetz enthalte „tödliche Fehler“, die DeFi-Anwendungen schädigen und Belohnungen für Stablecoins beschneiden würden.
Damit geriet das Unternehmen direkt auf Kollisionskurs mit dem Weißen Haus. Präsidialberater Patrick Witt kritisierte die Entscheidung offen und warnte die Branche davor, ihre Verhandlungsmacht zu überschätzen. Die politische Auseinandersetzung hat unmittelbare Marktwirkung: Bloomberg-Analysten senkten die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act im ersten Halbjahr 2026 verabschiedet wird, von 70 auf 60 Prozent.
Die Folge ist eine spürbar höhere regulatorische Unsicherheit, die viele Investoren vorsichtiger agieren lässt. In der jüngsten Phase hat die Aktie rund 12,8 % eingebüßt.
Analysten werden vorsichtiger
Auch von Analystenseite mehren sich die Bremssignale. Das Investmenthaus Compass Point hat sein Kursziel für Coinbase auf 190 US-Dollar reduziert und damit weiteres Abwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs eingeräumt.
Im Fokus stehen die in Kürze anstehenden Q4-2025-Zahlen. Prognosen deuten auf eine Umsatzlücke von etwa 4 % gegenüber bisherigen Erwartungen hin. Hauptgründe sind rückläufige Stablecoin-Erträge und geringere Transaktionsvolumina – beides zentrale Erlösquellen im aktuellen Geschäftsmodell.
Charttechnisch sieht das Bild angespannt aus: In den vergangenen 120 Tagen hat die Aktie 41 % an Wert verloren. Zeitgleich meldete Coinbase am 23. Januar Latenz- und Performance-Probleme beim „Onramp“-Service während der Handelszeit. Solche operativen Störungen verstärken den Eindruck, dass das Unternehmen derzeit an mehreren Fronten gefordert ist.
Langfrist-Fokus: Schutz vor Quantenangriffen
Trotz der kurzfristigen Gegenwinde setzt das Management Signale für die langfristige strategische Ausrichtung. Am 23. Januar kündigte Coinbase die Gründung eines „Independent Advisory Board on Quantum Computing and Blockchain“ an.
In diesem Gremium sitzen renommierte Kryptografen wie Scott Aaronson und Dan Boneh. Auftrag des Boards ist es, die Risiken künftiger Quantencomputer für die heute eingesetzte Elliptic-Curve-Kryptografie zu bewerten – also jene Sicherheitsverfahren, die unter anderem Bitcoin und Ethereum absichern.
Finanziell wirkt sich diese Initiative kurzfristig nicht aus. Sie soll institutionellen Investoren aber zeigen, dass Coinbase frühzeitig an Übergängen zu „Post-Quantum Cryptography“ arbeitet und die technologische Sicherheitsbasis der Krypto-Infrastruktur im Blick hat.
Neue Produkte trotz Regulierungslärm
Parallel zur politischen Debatte baut Coinbase sein Produktangebot weiter aus. Neu ist eine Funktion, mit der Kunden bis zu 1 Million US-Dollar gegen ihre gestakten Ethereum-Bestände (cbETH) leihen können, ohne diese un-staken zu müssen.
Ziel ist es, zusätzliche Liquidität bereitzustellen, während die Kunden weiterhin Staking-Erträge erzielen. Besonders brisant: Genau diesen Bereich – Staking und daraus resultierende Erträge – will der aktuelle Gesetzesvorschlag im Senat stärker regulieren. Das neue Produkt unterstreicht damit, wie wichtig dieses Segment für Coinbase ist.
Technische Lage der Aktie
Am Freitag schloss die Coinbase-Aktie bei 185,38 Euro, nachdem sie in den vergangenen sieben Tagen um gut 23 % nachgegeben hat. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von rund 35 %, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch beträgt knapp 49 % – ein klares Zeichen für eine anhaltende Korrekturphase.
Unterm Strich dominieren aktuell die kurzfristigen Risiken: der politische Konflikt um den CLARITY Act, vorsichtigere Umsatzprognosen und operative Schwierigkeiten. Langfristige Projekte wie das Quantum-Board und neue Kreditprodukte gegen gestaktes Ethereum setzen zwar strategische Akzente, können den Druck auf den Kurs derzeit aber nicht kompensieren. Ob sich die Lage entspannt, hängt in den kommenden Monaten vor allem davon ab, wie sich das regulatorische Umfeld in Washington konkret entwickelt und ob die Q4-Zahlen die Befürchtungen eines nachlassenden Wachstums bestätigen oder entschärfen.
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