Coinbase Aktie: Viel Bewegung
Coinbase positioniert sich als Infrastrukturanbieter für Banken und expandiert nach Asien, während regulatorische Unsicherheiten in den USA und hohe Aktienvolatilität die Börsenbewertung belasten.

- CEO Armstrong sieht Krypto als strategisches Kernrisiko für Banken
- Mögliche Beteiligung an südkoreanischer Börse Coinone geplant
- Rückzug von US-Gesetzesvorstoß wegen regulatorischer Bedenken
- Goldman Sachs stuft Aktie auf 'Buy' mit hohem Kursziel hoch
Coinbase steht an mehreren Fronten unter Beobachtung. CEO Brian Armstrong kehrt vom Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer klaren Botschaft zurück: Für die traditionelle Finanzwelt ist Krypto vom Randthema zum strategischen Kernrisiko geworden. Parallel treibt das Unternehmen seine internationale Expansion voran, während der regulatorische Druck in den USA hoch bleibt. Wie ordnet sich das alles vor den anstehenden Quartalszahlen ein?
Davos: Krypto als „Existenzfrage“ für Banken
Armstrong berichtete am 24. Januar von einem bemerkenswerten Stimmungsumschwung: Ein Top-Manager einer der zehn größten Banken der Welt habe ihm gesagt, Krypto sei inzwischen die „Nummer-eins-Priorität“ – und eine „existenzielle“ Frage für sein Institut. Das signalisiert: Große Häuser sehen digitale Assets nicht mehr nur als Spielerei, sondern als potenzielle Bedrohung ihres Geschäftsmodells.
Laut Armstrong waren die meisten Finanzentscheider in Davos nicht nur grundsätzlich offen für Krypto, sondern aktiv auf der Suche nach Einstiegspunkten. Für Banken, die auf alten Zahlungssystemen sitzen, eröffnen sich Chancen – aber auch der Druck, ihr Modell anzupassen, wächst deutlich.
Zentrale Punkte aus Armstrongs Davos-Auftritt:
- Tokenisierung war das dominierende Thema – und zwar deutlich über Stablecoins hinaus, hin zu Aktien und Kreditprodukten.
- Rund 4 Milliarden Menschen weltweit haben laut Armstrong keinen Zugang zu hochwertigen Anlageprodukten („unbrokered adults“). Tokenisierung könnte hier neue Zugänge schaffen.
- Armstrong erwartet, dass KI-Agenten standardmäßig Stablecoins für Zahlungen nutzen und damit klassische Bank-Infrastruktur umgehen.
- Politisch ordnete er die Trump-Regierung als „krypto-freundlichste Regierung der Welt“ ein – ein klares Signal, wie stark Coinbase auf regulatorische Rahmenbedingungen achtet.
Für Coinbase bedeutet dieser Stimmungswechsel: Die Rolle als Infrastrukturanbieter für institutionelle Kunden könnte an Bedeutung gewinnen, wenn Banken und Vermögensverwalter stärker auf Krypto setzen.
Expansion nach Südkorea im Fokus
Parallel schaut Coinbase verstärkt nach Asien. Am 25. Januar wurden Berichte bekannt, wonach Unternehmensvertreter in der kommenden Woche nach Südkorea reisen wollen, um sich mit der heimischen Kryptobörse Coinone zu treffen. Thema der Gespräche laut der Wirtschaftszeitung Seoul Kyungjae: eine mögliche Beteiligung an Coinone.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert, denn der südkoreanische Kryptomarkt befindet sich in einer Konsolidierungsphase:
- Binance hat die Übernahme der Börse GOPAX bereits im Oktober 2025 abgeschlossen.
- Naver plant eine Fusion mit Dunamu, dem Betreiber des Marktführers Upbit.
- Mirae Asset steht dem Vernehmen nach kurz vor dem Kauf von Korbit.
Coinbase könnte sich mit einem Einstieg bei Coinone in einem Markt positionieren, in dem sich gerade neue Kräfteverhältnisse bilden. Eine mögliche Beteiligung wäre ein weiterer Baustein in der internationalen Strategie, die Abhängigkeit vom US-Geschäft zu reduzieren.
Kurs unter Druck, hohe Schwankungen
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus Chancen und Unsicherheit in hoher Volatilität wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 185,38 Euro und liegt damit rund 23 % tiefer als vor einer Woche; auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von knapp 35 % zu Buche, während der Kurs fast 49 % unter dem 52‑Wochen-Hoch notiert.
Regulierung: Rückzug von wichtigem Gesetzesvorstoß
Auf der regulatorischen Seite bleibt das Umfeld angespannt. Mitte Januar zog Coinbase seine Unterstützung für einen zentralen Gesetzesentwurf zur Regulierung des Kryptomarktes im US-Senat zurück. Das Unternehmen sprach von „tödlichen Fehlern“ im Text.
Faryar Shirzad, Vice President Policy, nannte mehrere entscheidende Kritikpunkte:
- Formulierungen, die faktisch die Vergütung für Kunden mit gehaltenen Guthaben abschaffen würden.
- Regelungen, die der US-Börsenaufsicht SEC die Möglichkeit nehmen würden, Ausnahmeregelungen („exemptive relief“) zu gewähren.
- Weniger als 24 Stunden Zeit, um sechs Änderungsanträge zu prüfen, die den Entwurf aus Sicht von Coinbase „materiell schlechter“ gemacht hätten.
Trotz des Rückzugs von Coinbase bleiben Branchenbeobachter zuversichtlich, dass bis zu den Zwischenwahlen im November 2026 eine Gesetzeslösung möglich ist. Für Coinbase bedeutet das aber vorerst weiter Unsicherheit, welche Geschäftsfelder langfristig wie reguliert werden.
Q4-Zahlen und sich wandelndes Geschäftsmodell
Am 12. Februar 2026 legt Coinbase die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Für das Q4 erwartet das Management Erlöse aus Abonnements und Services zwischen 710 und 790 Millionen US‑Dollar. Das unterstreicht den laufenden Schwenk hin zu wiederkehrenden Einnahmen, die weniger von kurzfristigen Handelsumsätzen abhängen.
Die Struktur des Geschäfts verändert sich weiter:
- Coinbase Institutional fungiert als Verwahrer für 9 von 11 Bitcoin-ETFs und 8 von 9 Ethereum-ETFs – ein wichtiger Hebel, um vom ETF-Boom zu profitieren.
- Das Ethereum-Layer‑2-Netzwerk Base gehört gemessen am gebundenen Volumen („Total Value Locked“) zu den größten L2-Plattformen und stärkt die Rolle von Coinbase in der Onchain-Infrastruktur.
- Die Übernahme der Derivatebörse Deribit im August 2025 steuerte im dritten Quartal 52 Millionen Dollar zum Umsatz bei und erweitert die Präsenz im lukrativen Derivatesegment.
Analystenblick: Aufstufung durch Goldman Sachs
Im Januar hat Goldman Sachs die Aktie auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 303 US‑Dollar ausgerufen. Das entspräche aus damaliger Sicht einem Aufwärtspotenzial von 28 %. Begründung der Investmentbank: ein attraktiver Einstiegszeitpunkt nach einem Kursrückgang von 13 % in den vergangenen zwölf Monaten, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum um 15 % zulegen konnte.
Damit treffen unterschiedliche Signale aufeinander: Strategisch setzt Coinbase auf Internationalisierung, Infrastruktur für Institutionelle und wiederkehrende Erlöse, gleichzeitig bremsen regulatorische Unsicherheiten und hohe Kursschwankungen. Entscheidende Wegmarke für die weitere Einordnung wird der 12. Februar sein, wenn das Unternehmen mit den Q4-Zahlen und dem Ausblick zeigt, wie stabil das neue Geschäftsmodell tatsächlich trägt.
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