Coinbase Aktie: Vision trifft Realität

Coinbase will mit seiner Technologie zum Backend für traditionelle Banken werden, sieht sich jedoch mit verfehlten Quartalszielen und Sicherheitsbedenken konfrontiert.

Die Kernpunkte:
  • Strategiewechsel hin zu B2B-Technologieanbieter für Banken
  • Umsatz und Gewinn je Aktie unter Analystenerwartungen
  • Sicherheitslücke bei Abwicklung von Coinbase Commerce
  • Finanzchefin reduziert eigene Aktienanteile

Coinbase hat ein neues, ambitioniertes Ziel: Die Krypto-Börse will zum unverzichtbaren Technologie-Lieferanten für traditionelle Banken aufsteigen. Während das Management bereits Vergleiche mit dem Aufstieg von Amazon Web Services (AWS) zieht, zeichnet das operative Tagesgeschäft ein deutlich nüchterneres Bild. Verfehlte Quartalserwartungen und eine umstrittene Sicherheitslücke beim Umbau bestehender Dienste bremsen die Euphorie der Investoren.

Die „AWS-Strategie“ für den Finanzsektor

Auf einem Branchengipfel in New York skizzierte Brett Tejpaul, Co-CEO von Coinbase Institutional, am Donnerstag den strategischen Kurswechsel. Das Unternehmen plant, seine digitale Handelsinfrastruktur an klassische Finanzinstitute zu lizenzieren. Der Hintergrund ist simpel: Immer mehr institutionelle Kunden fordern einen ununterbrochenen Handel mit digitalen Vermögenswerten rund um die Uhr. Veraltete IT-Systeme vieler Banken können diese Dauerbelastung nicht stemmen. Hier will Coinbase als Backend-Dienstleister einspringen und nennt Branchengrößen wie PayPal oder PNC als potenzielle Profiteure dieser Technologie.

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Operativer Gegenwind und Insider-Verkäufe

Dieser Vorstoß in das lukrative Firmenkundengeschäft fällt in eine finanziell anspruchsvolle Phase. Im jüngsten Quartal verfehlte die Plattform mit einem Umsatz von 1,78 Milliarden US-Dollar die Markterwartung von 1,86 Milliarden US-Dollar. Auch der Gewinn je Aktie blieb mit 0,66 US-Dollar hinter den erhofften 0,83 US-Dollar zurück.

An der Börse spiegelt sich diese gemischte Nachrichtenlage wider. Aktuell notiert das Papier bei 175,56 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von gut 13 Prozent. Parallel zu dieser Entwicklung reduzierte Finanzchefin Alesia Haas am 16. März ihre direkten Anteile um 2,51 Prozent und verkaufte Aktien im Wert von rund 2,01 Millionen US-Dollar.

Sicherheitsbedenken beim Konzernumbau

Abseits der Finanzkennzahlen sorgt aktuell auch die technische Umsetzung interner Umstrukturierungen für Kritik. Im Zuge der Abwicklung des Dienstes Coinbase Commerce fordert eine Subdomain Nutzer auf, ihre Wiederherstellungsphrasen (Seed Phrases) im Klartext einzugeben, um Vermögenswerte vor einer Frist am 31. März zu sichern. Blockchain-Sicherheitsexperten warnen eindringlich vor diesem Vorgehen. Es widerspreche grundlegenden Sicherheitsstandards und mache Händler in dieser ohnehin stressigen Übergangsphase anfällig für Phishing-Angriffe.

Der Versuch, sich als grundlegender Technologie-Provider für traditionelle Banken zu etablieren, markiert eine klare Abkehr von der Abhängigkeit vom reinen Privatkundengeschäft. Um diese vorhersehbaren, institutionellen Einnahmequellen zu erschließen, muss das Management nun zwei Hürden nehmen: Die kurzfristigen finanziellen Schwächen ausgleichen und das Vertrauen in die eigene Plattformsicherheit lückenlos aufrechterhalten.

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