Coinbase Aktie: Wall Street macht Ernst

Der US-Broker Charles Schwab tritt mit einem eigenen Spot-Handelsangebot für Bitcoin und Ethereum gegen Coinbase an. Die aggressive Gebührenstruktur stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Krypto-Plattform dar.

Die Kernpunkte:
  • Schwab startet Spot-Handel für Bitcoin und Ethereum
  • Aggressive Gebühren unterbieten Coinbase deutlich
  • Coinbase verfügt über institutionelle Verwahrungsstärke
  • Aktie notiert trotz Erholung deutlich unter Jahreshoch

Charles Schwab hat die Karten offen auf den Tisch gelegt. Mit dem Start von Schwab Crypto — einem eigenen Spot-Handelsangebot für Bitcoin und Ethereum — tritt der größte US-Retail-Broker ab dem zweiten Quartal 2026 direkt gegen Coinbase an. Für die Krypto-Plattform ist das eine ernste Herausforderung.

Preiskampf mit 39 Millionen Konten im Rücken

Schwab bringt Schlagkraft mit. Der Broker verwaltet rund 12 Billionen Dollar an Kundenvermögen und betreibt fast 39 Millionen aktive Brokerage-Konten. Die Gebührenstruktur ist aggressiv: 0,75 Prozent pro Krypto-Trade — deutlich unter Coinbases Retail-Gebühren, die bis zu 4 Prozent erreichen können.

Die Marktreaktion war unmittelbar: Coinbase-Aktien gaben am 16. April kurzzeitig rund ein Prozent nach, als die Schwab-Ankündigung publik wurde. Das zeigt, wie sensibel der Markt auf diesen Wettbewerbsdruck reagiert.

Dabei läuft die Konvergenz in beide Richtungen. Coinbase startete im Januar kommissionsfreien Aktienhandel, Kraken folgte Mitte April. Krypto-native Plattformen dringen in die Domäne der Broker vor — und umgekehrt. Wer am Ende die stärkere Nutzerbindung aufbaut, entscheidet den Wettbewerb.

Institutionelle Stärke als Gegengewicht

Coinbase hat allerdings Trümpfe, die Schwab nicht so leicht kopieren kann. Das Unternehmen erhielt Anfang April eine bedingte Genehmigung des Office of the Comptroller of the Currency für eine nationale Trust-Gesellschaft — ein wichtiger Schritt zum federal regulierten Krypto-Verwahrsteller. Laut Greg Tusar, Vice President of Institutional Product, verwahrt Coinbase bereits über 80 Prozent aller weltweiten Digital-Asset-ETFs.

Eine vollständige Charter würde konservative Asset Manager ansprechen, die bisher vor staatlich lizenzierten Einheiten zurückschreckten — und Coinbases institutionelle Einnahmen stabilisieren.

Piper Sandler hob das Kursziel auf 180 Dollar an, behielt aber das neutrale Rating bei. Analyst Patrick Moley verwies auf erhöhte Futures-Aktivität im Zuge des Iran-Konflikts als Kurstreiber. Da die Aktie bereits über dem neuen Ziel notiert, ist das weniger ein Kaufsignal als eine nachgezogene Bewertungsanpassung.

Kurs erholt, aber Jahresminus bleibt

Die Wochenbilanz fällt positiv aus: Mit einem Plus von rund 17 Prozent in sieben Tagen und einem Schlusskurs von 166,54 Euro liegt die Aktie klar über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 361,25 Euro trennt sie jedoch noch ein Abstand von fast 54 Prozent, und seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 17,5 Prozent zu Buche.

Den nächsten konkreten Prüfstein liefert der 7. Mai 2026: Dann veröffentlicht Coinbase die Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Bis Mitte Februar hatte das Unternehmen bereits rund 420 Millionen Dollar an Transaktionserlösen eingefahren — sollte das Futures-Volumen im März weiter gestiegen sein, könnte die Zahl positiv überraschen.

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