Coinbase Aktie: Washington dreht auf Entspannung

Zwei FinCEN-Entwürfe sind vom Tisch; die CFTC konsultiert zu einer Registrierungskategorie für gehebelte Kryptogeschäfte.

Die Kernpunkte:
  • FinCEN verwirft zwei frühere Regelentwürfe
  • Mixing-Vorschlag hätte Meldepflichten geschaffen
  • CFTC konsultiert 60 Tage zu Hebelregeln
  • Coinbase bietet bereits gehebelten Handel an

Zwei Regulierungsschritte an einem Tag, beide mit Bezug zum Geschäft von Coinbase: Die US-Finanzaufsicht FinCEN kassiert zwei lange umstrittene Vorhaben, die Derivateaufsicht CFTC will den gehebelten Kryptohandel für Privatanleger in einen festen Rahmen gießen. Die Aktie legte am Montag um rund 0,8 Prozent zu, ein Kurssprung blieb aus.

FinCEN zieht Mixing-Regel zurück

FinCEN nimmt seinen Vorschlag von 2023 zurück, der Kryptomixer als Geldwäsche-Risiko von besonderer Bedeutung eingestuft hätte. Banken und andere Institute hätten Mixing-Transaktionen bis hin zu Wallet-Adressen, Transaktions-Hashes und IP-Adressen melden müssen. Als Grund nennt die Behörde Bedenken, die Definition sei zu weit gefasst und könne legitime Aktivitäten abschrecken. Zudem drohe den Instituten eine große Meldelast.

Ebenfalls vom Tisch ist ein Entwurf aus dem Dezember 2020. Er hätte Identitätsprüfungen und Meldepflichten für Transaktionen mit privaten, sogenannten selbstverwalteten Wallets vorgesehen. Beide Rücknahmen ändern bestehende Pflichten nicht, da keiner der Vorschläge je in Kraft trat. Die formale Veröffentlichung ist für Dienstag vorgesehen.

Coinbase hatte sich im Januar 2024 gegen die Mixing-Regel gestellt. Der Vorschlag kenne keine Betragsschwelle, argumentierte das Unternehmen, was massenhafte Meldungen unverdächtiger Transaktionen bedeutet hätte. Aus dieser Sicht entfällt nun eine potenzielle Compliance-Last.

CFTC will Hebelhandel regeln

Die CFTC stellte parallel eine Vorabmitteilung zu geplanten Regeln vor. Sie sieht eine eigene Registrierungskategorie, den „Crypto Asset Market“, für Plattformen vor, die gehebelte oder finanzierte Kryptogeschäfte für Privatkunden anbieten. Die Kommentierungsfrist beträgt 60 Tage. Plattformen mit Perpetual Futures oder Prognosemärkten sollen alternativ die üblichen Regeln für zugelassene Terminbörsen wählen können.

CFTC-Chef Michael Selig spricht von Klarheit und Verbraucherschutz. Der Schritt erfolgt, weil das Marktstrukturgesetz im Kongress ins Stocken geraten ist. Die Behörde nutzt deshalb bestehende gesetzliche Befugnisse. Eine solche Verwaltungslösung hat allerdings weniger Bestand als ein Gesetz.

Für Coinbase ist das relevant, denn die Börse bietet bereits gehebelten Handel an, ebenso wie Crypto.com. Robinhood bereitet Perpetual Futures mit bis zu zehnfachem Hebel vor. Ein klarer Registrierungsweg könnte Rechtssicherheit schaffen, verursacht aber auch Aufwand.

Die Kommentierungsphase der CFTC läuft nun 60 Tage. Bis dahin dürfte sich zeigen, wie die Branche die neue Kategorie bewertet und ob Coinbase den Weg über die Sonderregistrierung oder über die klassische Terminbörsenzulassung wählt.

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