Coinbase Aktie: Zahlen im Gegenwind

Schwächere Transaktionserlöse belasteten Coinbase im zweiten Quartal; Services hielten sich besser und die Jahresausgaben wurden reduziert.

Die Kernpunkte:
  • Transaktionsumsatz sank um 21 Prozent
  • Nettoverlust von 359,5 Millionen Dollar
  • Services erzielten 555,1 Millionen Dollar
  • Jahresausgaben auf 4,20–4,45 Milliarden gesenkt

Coinbase geht mit gemischten Vorzeichen in die Berichtssaison. Das Handelsgeschäft schwächelt, die Kosten sinken, und Analysten schrauben teils an ihren Zielen. Wie belastbar das Bild ist, zeigt ein Blick auf das zweite Quartal.

Schwacher Handel, stabilere Services

Im zweiten Quartal erlöste Coinbase 1,22 Milliarden Dollar und schrieb einen Nettoverlust von 359,5 Millionen Dollar. Der Transaktionsumsatz brach um 21 Prozent zum Vorquartal ein. Er folgt dem Handelsvolumen und der Volatilität am Kryptomarkt, und beides fiel zuletzt mager aus.

Das Geschäft mit Subscription & Services hielt besser stand und kam auf 555,1 Millionen Dollar. Der Marktanteil am Krypto-Handelsvolumen erreichte mit 10,3 Prozent einen Rekordwert. Prediction Markets steuern laut Unternehmen inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar annualisierten Umsatz bei.

Ausblick und Kostenseite

Für das dritte Quartal stellt Coinbase bei Subscription & Services 500 bis 580 Millionen Dollar in Aussicht. Die Mitte der Spanne liegt mit 540 Millionen Dollar leicht unter dem Vorquartalswert.

Stützen soll die Kostenseite. Nach dem Stellenabbau von 14 Prozent im Mai senkte der Konzern die bereinigten Gesamtjahresausgaben auf 4,20 bis 4,45 Milliarden Dollar.

Analysten: Zuversicht mit Streuung

Das Analystenbild bleibt überwiegend positiv, aber breit gefächert. Citi hob das Kursziel von 210 auf 230 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Goldman Sachs sieht den Wert bei 244 Dollar. Citizens JMP kürzte das Ziel von 325 auf 280 Dollar, bleibt aber bei Kaufen.

Unter 29 beobachtenden Analysten raten 18 zum Kauf, 10 zum Halten und einer zum Verkauf. Das mittlere Ziel liegt bei rund 210 Dollar, die Spanne reicht von 148 bis 330 Dollar. Die Streuung zeigt, wie uneins der Markt über die Erholung des Handelsgeschäfts ist.

Hinzu kommt ein Randthema: Brooklyns Staatsanwaltschaft verwies zuletzt auf einen früheren Betrugsfall, bei dem ein Mann rund 16 Millionen Dollar von knapp 100 Coinbase-Nutzern per Phishing erbeutete. Er wurde zu bis zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Für die Geschäftszahlen spielt das keine Rolle, für das Thema Nutzersicherheit durchaus.

Einen ersten Fingerzeig für das Handelsvolumen der Privatanleger liefert Robinhood am 27. Oktober nach US-Börsenschluss. Block folgt am 3. November. Beide Termine dürften die Erwartungen an Coinbase vor dessen eigenem Bericht prägen.

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