Coinbase: Q1-Guidance 27% unter Konsens

Coinbase hat die Proxy-Unterlagen für seine Hauptversammlung am 16. Juni 2026 verschickt — und das Dokument offenbart mehr als nur Tagesordnungspunkte. Ein prominenter Abgang aus dem Board, eine deutlich gesenkte Gewinnerwartung und aktive Rechtsstreitigkeiten in sechs US-Bundesstaaten zeichnen das Bild eines Unternehmens, das gerade an mehreren Fronten unter Druck steht.
Prominenter Jurist verlässt den Aufsichtsrat
Paul Clement, ehemaliger Solicitor General der USA und einer der erfahrensten Anwälte vor dem Supreme Court, tritt zum Ende der Hauptversammlung aus dem Board aus. Er hatte am 7. April mitgeteilt, nicht zur Wiederwahl anzutreten. Das Board schrumpft damit von zehn auf neun Mitglieder. Fred Wilson, der die Unabhängigkeitsanforderungen der Nasdaq erfüllt, übernimmt Clements Sitz im Audit and Compliance Committee.
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Clements Abgang fällt in eine Phase, in der Coinbase in Oregon, Kalifornien, Maryland, New Jersey, Washington und Wisconsin aktiven Regulierungsverfahren ausgesetzt ist. Auf Bundesebene hat sich das Bild verbessert — auf Staatsebene bleibt die Lage fragmentiert.
Zur Hauptversammlung stehen neun Direktoren zur Wahl, darunter CEO Brian Armstrong. Außerdem soll Deloitte & Touche als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt werden. Sieben der neun Kandidaten gelten als unabhängig. Armstrong kontrolliert die Stimmenmehrheit — Coinbase ist damit formal ein „Controlled Company“ nach Nasdaq-Regeln.
Q1-Zahlen als eigentlicher Stresstest
Bevor die Hauptversammlung stattfindet, liefert Coinbase am 7. Mai nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Das wird der härtere Test.
Das Unternehmen erwartet für das Segment Subscription and Services einen Umsatz zwischen 550 und 630 Millionen Dollar — rund 27 Prozent unter dem damaligen Wall-Street-Konsens von 747,5 Millionen Dollar. Der EPS-Konsens für das Gesamtjahr 2026 wurde in den vergangenen 30 Tagen um 41 Prozent nach unten revidiert. Das schafft eine niedrige Messlatte: Überraschungen nach oben sind für Q2 bis Q4 damit leichter erreichbar.
Das Gesamtjahr 2025 lief solide — Nettoerlöse von 6,9 Milliarden Dollar, Nettogewinn von 1,3 Milliarden Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 2,8 Milliarden Dollar. Doch diese Zahlen sind Geschichte.
Kurs erholt sich, bleibt aber anfällig
Die Aktie notiert aktuell bei rund 170 Euro und liegt damit noch knapp 53 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 30,6 signalisiert überverkaufte Bedingungen — technisch ein Warnsignal, das aber auch Erholungspotenzial andeutet. Seit dem Tief im Februar hat sich der Kurs erholt, bleibt jedoch unter dem 100-Tage-Durchschnitt von knapp 177 Euro. Hält die Aktie diese Zone nicht, droht erneuter Verkaufsdruck. Die Q1-Zahlen am 7. Mai dürften entscheiden, ob die Erholung Substanz hat.
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