Coloplast Aktie: Management schraubt die Ziele runter
Nach einem rückläufigen Quartalsmargenwert plant Coloplast für 2026/27 rund 25 Prozent EBIT-Marge und reduziert die Ziele bis 2030.

- Schlussquartals-EBIT unter Analystenkonsens
- Jahresmarge sank auf 26 Prozent
- Wachstumsziel bis 2030 auf fünf bis sieben Prozent gesenkt
- Sparprogramm soll 500 Millionen Kronen freisetzen
Coloplast hat seine Jahreszahlen vorgelegt und zugleich die Mittelfristziele gesenkt. Für das neue Geschäftsjahr peilt der dänische Medizintechnikkonzern eine EBIT-Marge von rund 25 Prozent an. Die Aktie gab zeitweise deutlich nach und notiert rund zwei Prozent unter dem Vortagesschluss.
Schwaches vierter Quartal
Auslöser war vor allem das Schlussquartal. Das EBIT lag bei 1,848 Milliarden Dänischen Kronen und damit klar unter der Konsenserwartung von etwa 2,0 Milliarden. Die Marge sank auf rund 25 Prozent, nach 28 Prozent im Vorjahresquartal.
Belastet haben teurere Rohstoffe und Fracht, Anlaufkosten im neuen Werk in Portugal, der starke ungarische Forint und die Schwäche im Biologika-Geschäft. Das organische Umsatzwachstum von fünf Prozent entsprach den Erwartungen.
Über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 wuchs der Umsatz organisch um sechs Prozent. Das EBIT vor Sondereffekten stieg in konstanten Währungen um vier Prozent auf 7,447 Milliarden Kronen. Die Marge lag bei 26 Prozent, nach 28 Prozent im Vorjahr. Der Free Cashflow entwickelte sich dagegen kräftig.
Ambitionen werden zurückgenommen
Schwerer wiegt der Ausblick. Für 2026/27 erwartet Coloplast organisches Wachstum von fünf bis sieben Prozent. Die Marge soll bei rund 25 Prozent liegen, eine Erholung ist damit vorerst nicht eingeplant. Der Konzern rechnet mit Inflationsdruck von drei bis vier Prozent auf Rohstoffe und Fracht sowie mit höheren Investitionen in Innovation und das Vertriebsgeschäft.
Auch die Ziele bis 2030 fallen niedriger aus. Statt sieben bis acht Prozent Wachstum pro Jahr peilt das Management nun fünf bis sieben Prozent an. Statt eines EBIT-Wachstums mindestens auf Umsatzniveau steht nun eine Marge im mittleren 20-Prozent-Bereich im Plan. Im Wundgeschäft rechnet Coloplast nur noch mit mittlerem einstelligem statt zweistelligem Wachstum. Grund ist die geänderte US-Erstattung für Biologika.
Ein Sparprogramm namens „Funding the journey“ soll rund 500 Millionen Kronen freisetzen. Es umfasst unter anderem den Umbau der China-Organisation und eine vereinfachte Struktur. Etwa drei Viertel der Wirkung sollen schon im neuen Geschäftsjahr greifen.
Analysten senken Ziele
Morgan Stanley reduziert das Kursziel auf 418 von 454 Kronen und bleibt bei „Equal Weight“. Oddo BHF senkt minimal auf 412 von 413 Kronen und bleibt neutral.
Die Aktie fiel zunächst bis auf 447 Kronen und erholte sich auf rund 470 Kronen. Das liegt weiter klar unter dem Vortagesschluss von 481,4 Kronen und deutlich unter dem Jahreshoch von 631,4 Kronen.
CEO Gavin Wood verweist auf starkes Wachstum bei Chronic Care und Interventional Urology in den USA. Im Ostomie-Geschäft erreichte Coloplast dort 20 Prozent Marktanteil. Am Vormittag stellt sich das Management in einer Telefonkonferenz den Fragen der Analysten. Ab dem zweiten Quartal des neuen Geschäftsjahres soll das Biologika-Geschäft wieder wachsen.
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