Coloplast Aktie: Short-Interest steigt um 80 Prozent
Trotz eines Kursanstiegs von 16 Prozent steigen die Short-Positionen bei Coloplast massiv an. Analysten sehen die Aktie als überkauft an.

- Short-Interest stieg um 80 Prozent
- Aktie erholte sich um 16 Prozent
- RSI signalisiert überkaufte Werte
- Geschäftsbericht am 18. August erwartet
Anleger bei Coloplast sind gespalten. Während sich die Aktie des dänischen Medizintechnik-Spezialisten zuletzt kräftig erholte, formiert sich im Hintergrund Widerstand. Leerverkäufer bringen sich massiv in Stellung, um von möglichen Rückschlägen zu profitieren.
Die Zahlen signalisieren eine deutliche Skepsis. Innerhalb der ersten zwei Juli-Wochen schoss das Short-Interest um fast 80 Prozent in die Höhe. Mitte des Monats hielten Investoren bereits 117.659 Aktien in Leerverkaufspositionen. Im Vergleich dazu waren es Ende Juni lediglich rund 65.500 Anteile.
Der rasante Anstieg der Wetten gegen das Unternehmen fällt in eine Phase technischer Stärke. Die Aktie kletterte in den vergangenen 30 Tagen um rund 16 Prozent nach oben. Damit setzte sich das Papier deutlich von seinem Jahrestief bei knapp 50 Euro ab.
Analyse-Daten mahnen zur Vorsicht. Der Relative-Stärke-Index (RSI) rückt mit einem Wert von 63,7 in einen Bereich, den Marktbeobachter zunehmend als überkauft wahrnehmen. Kritiker bezweifeln offenbar, dass die fundamentale Entwicklung mit dem schnellen Kursplus Schritt halten kann.
Die operativen Sorgen sind begründet. Besonders die Sparte für Wundversorgung bereitet dem Konzern Probleme. Das Management kürzte die Prognose für das organische Wachstum bereits auf eine Spanne von 5 bis 6 Prozent.
Hintergrund ist die Tochter Kerecis. Geänderte Erstattungsrichtlinien der US-Behörden bremsen den Absatz von Hautersatzprodukten im ambulanten Sektor aus. Eine milliardenschwere Abschreibung auf den Firmenwert von Kerecis belastete die Bilanz bereits im ersten Halbjahr schwer.
Entscheidung im August
Investoren warten nun auf das nächste Daten-Update. Coloplast befindet sich momentan in einer Ruhephase, die bis zum 18. August dauert. An diesem Tag veröffentlicht das Unternehmen die Ergebnisse für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26.
Der Bericht wird zeigen, ob die operativen Schwierigkeiten abflauen. Erst dann klärt sich, ob die Leerverkäufer mit ihrem massiven Positionsaufbau richtig liegen oder ob die jüngste Erholung der Aktie nachhaltig war.
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