comdirect bank profitiert vom Boom an den Börsen

Im Bereich Online-Brokerage zählt comdirect zu den Marktführern. Die Zahlen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres belegten den Erfolg sehr deutlich. Der Finanzdienstleister profitierte dabei überproportional gut von dem aktuellen Börsenumfeld, was eine Vielzahl an Trades zur Folge hatte.

 

© comdirect
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Wachstum wohin man schaut

Insgesamt konnte die comdirect Gruppe Gesamterträge von 190,3 Mio. Euro erwirtschaften. Das entspricht einem Zuwachs von 9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 175,3 Mio. Euro. Grundlage hierfür bildeten vor allem die hohe Anzahl von Trades der Kunden der comdirect bank. Diese beliefen sich auf 7,4 Mio. und lagen damit 36% über denen des Vorjahres.

Dadurch gab es auch einen deutlichen Anstieg des Provisionsüberschusses von 22% auf 116,1 Mio. Euro. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge lag durch nochmals schwächere Marktzinsen mit 69 Mio. Euro 4% unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes.

Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen betrug 7% und erreichte damit 140,1 Mio. Euro. Dies ist laut Unternehmensangaben auf das kontinuierliche Wachstum der Bank und auf Investitionen in die Steigerung der Marktbekanntheit zurückzuführen.

 

Girokonto liegt weiter vorn

Deutlich erhöht hat sich die Kundenanzahl im Geschäftsfeld B2C (comdirect Bank). Hier verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg um 35.000 auf 1,94 Mio. Kunden. Gleichzeitig stieg die Zahl der Depots um 31.000 auf 910.000 an. Im Bereich der Tagesgeld Plus-Konten gab es einen Zuwachs von 30.000 auf 1,58 Mio.

Das deutlichste Wachstum wurde jedoch nach wie vor im Bereich der Girokonten verzeichnet. Hier stieg die Zahl der Kunden um 47.000 auf 1,21 Mio. an. Damit stieg das betreute Kundenvermöen von 34,75 Mrd. Euro im Vorjahr auf 38,26 Mrd. Euro.

Den Fokus legt der Vorstand hier auf langfristige Kundenbeziehungen, deshalb steht auch die Zufriedenheit der Kunden ganz vorn auf der Agenda. Am Ausbau des Angebotes wird daher stetig gearbeitet. Seit kurzem ist es zum Beispiel möglich, sein Konto per Videochat über das Smartphone zu sperren. Bisher war hier in jedem Fall ein schriftliches Dokument mit einer Unterschrift des Kunden notwendig. Jetzt genügt eine mobile Verbindung und von jedem Ort auf dieser Welt kann dieser Service genutzt werden.

 

B2B-Sparte von comdirect mit Rückgang

Das Geschäftsfeld B2B (ebase GmbH) verzeichnete im 1. Halbjahr einen Anstieg des betreuten Kundenvermögens auf 26,32 Mr. Euro. Allerdings sank hier die Zahl der Kunden um 7.000 auf 976.000. Dieser Rückgang betraf vor allem das 1. Quartal und ist vor allem auf Kündigungen von Depots für vermögenswirksame Leistungen durch Auslaufen der entsprechenden Verträge zurückzuführen.

Insgesamt lag die Zahl der Kunden in der comdirect Gruppe auf einem Höchststand von 2,92 Mio. Das betreute Kundenvermögen belief sich auf 64,57 Mrd. Euro und die Nettomittelzuflüsse in der Gruppe lagen bei 2 Mrd. Euro.

 

Vorsichtige Erwartungen für das Gesamtjahr

Trotz dieser sehr guten Wachstumsraten bleibt der Vorstand mit dem Ausblick für das restliche Geschäftsjahr vorsichtig. Die Erwartungen liegen bei einem Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres mit mehr als 80 Mio. Euro. Entsprechende Investitionen werden weiter vorangetrieben.

 

Aktie auf neuem Jahreshoch

Analysten der equinet AG beließen ihre heutige Einstufung der Aktien der comdirect bank auf Accumulate, also Aufstocken. Das Kursziel blieb dabei mit 10,00 Euro unverändert.

Grundlage für diese Analysteneinschätzung war der aktuell starke Aktienmarkt, von dem die Bank profitiert sowie die deutlich übertroffenen Erwartungen des Marktes. Die Experten wiesen zwar darauf hin, dass die Aktien nicht gerade billig sind, aber mit einer Dividendenrendite von mehr als 4% durchaus als attraktiv gelten.

150723 comdirect

Erwartungsgemäß setzte die Aktie heute ihre Aufwärtsbewegung fort und markierte damit ein neues Jahreshoch. Damit liegen die Papiere seit Oktober letzten Jahres in einem kontinuierlichen Aufwärtstrend, der lediglich von Anfang Mai bis Mitte Juli kurzzeitig unterbrochen wurde. Dies war jedoch zum größten Teil der Unsicherheit des Marktes hinsichtlich der Zukunfts Griechenlands geschuldet, was den Großteil der Bankaktien vermehrt unter Druck brachte.

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