Commerzbank Aktie: 0,485 Aktien je Anteil

Das Umtauschangebot von UniCredit bietet aktuell keinen finanziellen Anreiz, da der Commerzbank-Kurs über dem Angebotswert liegt.

Die Kernpunkte:
  • Aktienkurs über dem Angebotswert
  • UniCredit meldet 42,5 Prozent Gesamtposition
  • Commerzbank widerspricht Annahmequote
  • Bund und Vorstand lehnen Offerte ab

Das Übernahmeangebot von UniCredit läuft noch bis zum 3. Juli. Doch der Markt sendet ein klares Signal: Der Börsenkurs der Commerzbank liegt weiterhin nahe oder oberhalb des rechnerischen Angebotswerts — und nimmt dem Tauschangebot damit seinen wichtigsten Hebel.

Kein Preisvorteil für Aktionäre

UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie. Eine Barkomponente gibt es nicht. Das Problem: Seit Bekanntwerden der Offerte handelte die Commerzbank-Aktie über weite Strecken oberhalb dieses Umtauschwerts. Am 29. Juni schloss sich die Lücke kurz — doch der erwartete Dividendenabschlag bei UniCredit drückte den rechnerischen Angebotswert danach wieder darunter.

Aktuell notiert die Commerzbank-Aktie bei 36,81 Euro, ein Minus von 1,29 Prozent gegenüber dem Vortag. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 36,45 Euro — die Aktie handelt damit knapp darüber. Solange diese Relation anhält, fehlt dem Tauschangebot aus Marktsicht ein klarer Anreiz.

Streit um die Annahmequote

Nach Ablauf der regulären Annahmefrist meldete UniCredit eine Annahmequote von 12,51 Prozent. Zusammen mit dem bereits gehaltenen Anteil von 26,77 Prozent und Instrumenten mit physischem Lieferanspruch über 3,22 Prozent beziffert die Bank ihre Gesamtposition auf 42,50 Prozent — nach Einziehung eigener Commerzbank-Aktien potenziell 44,33 Prozent.

Die Commerzbank widerspricht dieser Darstellung. In ihrem Aktionärsbrief vom 26. Juni erklärte das Institut, unter den freien Aktionären hätten lediglich etwas mehr als 1 Prozent angedient. Der überwiegende Rest stamme von Banken und Parteien, die mit UniCredit als Derivate-Gegenparteien verbunden seien.

Bund und Vorstand lehnen ab

Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank empfehlen, das Angebot nicht anzunehmen. Als Begründung nennt die Bank das Fehlen einer angemessenen Prämie und eines belastbaren Integrationsplans.

Der Bund stützt diese Position. Die Finanzagentur teilte am 16. Juni mit, der zuständige Lenkungsausschuss des Finanzmarktstabilisierungsfonds habe das Angebot abgelehnt — ebenfalls mit Verweis auf die fehlende Prämie und die Eigenständigkeitsstrategie der Commerzbank.

Das finale Ergebnis der weiteren Annahmefrist soll am 8. Juli 2026 veröffentlicht werden. Entscheidend ist dann, ob UniCredit genügend zusätzliche Aktionäre überzeugen konnte — oder ob die Commerzbank mit ihrer Argumentation über eine nur marginale Zustimmung unabhängiger Investoren Recht behält.

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