Commerzbank Aktie: 100 Prozent Ausschüttung 2026–2028

Commerzbank erhöht Gewinnprognose auf 3,4 Milliarden Euro und kündigt fast vollständige Gewinnausschüttung für 2026-2028 an.

Die Kernpunkte:
  • Gewinnziel auf 3,4 Milliarden Euro angehoben
  • Fast vollständige Ausschüttung angekündigt
  • Analysten bestätigen positive Bewertung
  • Übernahmekampf mit UniCredit bleibt offen

Juli 2026 ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert. Der Vorstand rechnet nun mit einem Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro, zuvor hatte das Institut lediglich mehr als 3,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Parallel kündigte das Management für die Jahre 2026 bis 2028 eine Ausschüttungsquote von nahezu 100 Prozent des Gewinns nach AT1-Kupons an – über Dividenden und Aktienrückkäufe. Die Bank positioniert sich damit erkennbar als Verteidigerin ihrer Eigenständigkeit gegenüber dem italienischen Großaktionär UniCredit.

Die Aktie notiert aktuell bei 38,03 Euro und verliert im Tagesverlauf 1,98 Prozent, nachdem sie am Vortag noch mit 38,80 Euro geschlossen hatte. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 2,40 Prozent zu Buche, auf Monatssicht von 5,17 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier 4,16 Prozent zugelegt, binnen zwölf Monaten sogar 35,10 Prozent. Der Kurs liegt damit rund 2,94 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro, das am 14. Juli 2026 markiert wurde, aber deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,51 Euro – der Abstand beträgt hier 10,19 Prozent. Die Marktkapitalisierung summiert sich auf 42,37 Milliarden Euro.

Analysten bestätigen positive Einschätzung

Die angehobene Guidance kam bei Analysten gut an. Benjamin Goy von Deutsche Bank Research bestätigte am 15. Juli 2026 das „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 42,00 Euro. Er erwartet für das zweite Quartal 2026 ein deutliches Ergebniswachstum vor Rückstellungen, getrieben von hohen Zinseinkünften, und rechnet mit der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms. Auch Anke Reingen von RBC Capital Markets beließ ihre Einstufung am 14. Juli 2026 auf „Outperform“ bei einem Kursziel von 43,00 Euro. Sie erwartet bei der anstehenden Quartalsvorlage eine Bestätigung der Ziele der Strategie „Momentum 2030“.

Untermauert wird das positive Bild durch operative Erfolge im Kerngeschäft: Im „FINANCE Banken-Survey 2026“ belegte die Commerzbank mit 64 Prozent der Stimmen den ersten Platz im deutschen Firmenkundengeschäft, vor der LBBW und der DZ Bank. Allerdings sank laut derselben Erhebung die Attraktivität des Instituts als Arbeitgeber bei Absolventen im Zuge des Übernahmekonflikts spürbar.

Übernahmepoker bleibt ungelöst

Trotz der operativen Stärke bleibt der Machtkampf mit UniCredit ungelöst. Nach Ende der weiteren Annahmefrist für das Umtauschangebot hält die Italiener Zugriff auf rund 47,6 Prozent des Kapitals und etwa 49,7 Prozent der Stimmrechte der Commerzbank. Das finale Ergebnis des Angebots – 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Anteil – wies eine Annahmequote von 17,60 Prozent aus, wobei nach Analyse der Bank weniger als 2 Prozent der angedienten Aktien von unabhängigen institutionellen oder privaten Anlegern stammten. Das Commerzbank-Management äußerte den Verdacht, die Quote sei durch Wertpapierleihe künstlich aufgebläht worden.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt lehnte es am 9. Juli 2026 ab, gegen UniCredit wegen des Verdachts der Marktmanipulation beim Aufbau der Beteiligung ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Zwischen dem 8. April und dem 14. Juli 2026 war der Aktienkurs um 17,84 Prozent gestiegen und hatte auf Xetra ein neues Zehn-Jahres-Hoch erreicht – getrieben sowohl von der angehobenen Guidance als auch von Spekulationen über eine erfolgreiche Abwehr des Übernahmeversuchs.

Transformation läuft weiter

Unabhängig vom Übernahmekonflikt treibt die Commerzbank ihre operative Transformation voran. Im Rahmen von „Momentum 2030“ hält das Management am Ziel fest, bis Ende des Jahrzehnts rund 3.000 Vollzeitstellen abzubauen. Zugleich integriert das Institut seit dem 7. Juli 2026 Google Cloud Gemini Enterprise sowie Microsoft 365 Copilot fest in die operativen Arbeitsprozesse und treibt den Wechsel des Kartenportfolios zu Visa voran.

Der nächste wichtige Termin für Anleger folgt am 6. August 2026: Dann veröffentlicht die Commerzbank ihre Zwischenmitteilung für das zweite Quartal zum Stichtag 30. Juni 2026. Analysten werden dort insbesondere darauf achten, ob sich die für das laufende Jahr angehobenen Gewinnziele auch operativ bestätigen und ob das von Deutsche Bank Research erwartete neue Rückkaufprogramm tatsächlich verkündet wird.

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