Commerzbank Aktie: 10,91% Annahmequote umstritten

Commerzbank bezweifelt die Herkunft angedienter Aktien und fordert Offenlegung von Nebengeschäften. UniCredit weist Vorwürfe zurück.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit weist Commerzbank-Kritik zurück
  • Herkunft der angedienten Aktien umstritten
  • Kurs liegt deutlich über Angebotswert
  • Annahmefrist läuft bis Anfang Juli

Der Streit um die Commerzbank-Übernahme wird schärfer. UniCredit wies am 10. Juni 2026 Bedenken der Frankfurter Bank zu den gemeldeten Andienungen als spekulativ und nicht neu zurück. Commerzbank hält dagegen — und stellt die Glaubwürdigkeit der Annahmequote grundsätzlich infrage.

Wer steckt hinter den Andienungen?

Kern des Konflikts ist die Frage, wer das UniCredit-Angebot tatsächlich annimmt. UniCredit meldete am 9. Juni 2026, dass die Annahmequote auf 10,91% gestiegen sei. Die Gesamtbeteiligung an Commerzbank erreiche damit 37,68%.

Commerzbank bezieht sich in ihrer Mitteilung vom 10. Juni auf eine leicht abweichende Quote von 10,95%. Entscheidender ist aber ihre Einschätzung zur Herkunft der Aktien: Kein institutioneller Investor habe Aktien angedient. Privataktionäre stehen laut Commerzbank für gerade einmal rund 0,05% der Andienungen. Der Rest stamme nach Einschätzung der Bank fast ausschließlich von Banken und Parteien, die mit UniCredit verbunden seien — und die vor dem Angebot keine wesentlichen Anteile an Commerzbank gehalten hätten.

Kurs über Angebotswert — ein Warnsignal?

Commerzbank liefert noch ein weiteres Argument. Der eigene Aktienkurs lag während der Annahmefrist durchgehend über dem implizierten Wert der UniCredit-Gegenleistung. Am 9. Juni betrug der Abstand rund 6% oder 2,30 Euro je Aktie. Wer rational handelt, dient unter diesen Bedingungen nicht an — es sei denn, es gibt wirtschaftliche Ausgleichsvereinbarungen im Hintergrund. Genau das fordert Commerzbank nun offenzulegen: Absicherungs- und Derivatgeschäfte rund um das Angebot.

UniCredit lässt das nicht gelten. Banknahe Kreise verwiesen laut Reuters schlicht darauf, dass angediente Aktien angediente Aktien seien.

Zeitplan bis Anfang Juli

Für Aktionäre rückt nun der Kalender in den Vordergrund. Die reguläre Annahmefrist endet am 16. Juni 2026. Eine erweiterte Frist läuft vom 20. Juni bis zum 3. Juli 2026. Commerzbank kündigte an, die Datenlage laufend zu analysieren und regelmäßig zu informieren. Vorstand und Aufsichtsrat bekräftigten ihre Empfehlung, das Angebot abzulehnen.

Die Aktie reagiert auf das Hin und Her verhalten. Mit 35,74 Euro liegt der Kurs rund 6% unter dem Jahreshoch von 38,15 Euro, das erst Anfang Juni markiert wurde. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von knapp 29%.

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