Commerzbank Aktie: 10,95% Annahmequote

Nur 10,95 Prozent der Aktionäre nehmen UniCredit-Angebot an. Commerzbank-Kurs liegt deutlich über dem Tauschangebot, was die Übernahme unwahrscheinlich macht.

Die Kernpunkte:
  • Niedrige Annahmequote von 10,95 Prozent
  • Kurslücke von 6 Prozent zum Angebot
  • BaFin prüft UniCredit-Derivatpositionen
  • Commerzbank kauft eigene Aktien zurück

Die Uhr tickt. Am 16. Juni 2026 endet die reguläre Annahmefrist für das UniCredit-Übernahmeangebot — und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Kaum Zustimmung, klare Kurslücke

Die von UniCredit gemeldete Annahmequote liegt bei 10,95 Prozent. Das klingt nach Fortschritt, ist es aber nicht. Die Commerzbank legte am 10. Juni offen, dass nahezu keine institutionellen Investoren ihre Aktien angedient haben. Die Quote der Privataktionäre beträgt gerade einmal 0,05 Prozent. Das Management folgert daraus, dass die angedienten Papiere fast ausschließlich von Banken und Parteien stammen, die eng mit UniCredit verbunden sind.

Hinzu kommt die Kurslücke. Das Tauschangebot impliziert 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Anteil — rund 6 Prozent oder 2,30 Euro unter dem aktuellen Börsenkurs von 36,34 Euro. Wer zum Marktpreis verkaufen kann, hat keinen Grund, das Angebot anzunehmen.

Derivate im Fokus der BaFin

Parallel läuft ein Transparenzstreit. Die Commerzbank kritisiert seit Wochen, dass UniCredit die wirtschaftlichen Anreize hinter ihren Derivatpositionen nicht klar offenlegt. UniCredit hält unter anderem Short Call Optionen, Collar-Transaktionen und Short Total Return Swaps mit Barausgleich. Die Positionen dienen nach eigenen Angaben der Risikobegrenzung und senken den Kapitalbedarf.

Die BaFin schaltete sich in die Debatte ein. Daraufhin legte UniCredit weitere Details vor. Die Commerzbank hält das für unzureichend und übermittelt der Aufsicht weiterhin eigene Daten. Auffällig: Die Wertpapierleihe-Aktivitäten in Commerzbank-Aktien sind seit Ankündigung des Angebots erheblich gestiegen. Das nährt den Verdacht, dass ein Teil der angedienten Stücke über Leihgeschäfte organisiert wurde.

Eigenständigkeit als Signal

Die Commerzbank unterstreicht ihre Abwehrhaltung auch mit konkreten Maßnahmen. Anfang Juni erwarb das Institut im Rahmen eines Mitarbeiteraktien-Rückkaufprogramms knapp 929.000 eigene Anteile zu einem Durchschnittskurs von rund 37,30 Euro.

Der Aktienkurs liegt mit 36,34 Euro knapp 5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro, aber klar über dem Angebotsniveau. Ohne eine Nachbesserung der Konditionen dürfte UniCredit die angestrebte Mehrheit innerhalb der regulären Frist verfehlen. Eine erweiterte Annahmefrist ist vom 20. Juni bis 3. Juli vorgesehen — doch ob die Zeit reicht, hängt davon ab, ob UniCredit das Angebot attraktiver gestaltet.

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