Commerzbank Aktie: 1,1 Prozent nehmen UniCredit-Angebot an

Nur 1,1 Prozent der Commerzbank-Aktionäre nehmen das UniCredit-Angebot an. Die Bank setzt auf operative Stärke und hohe Ausschüttungen.

Die Kernpunkte:
  • Minimale Annahmequote von 1,1 Prozent
  • Angebotswert liegt unter Aktienkurs
  • Commerzbank erhöht Gewinnprognose
  • Milliardenschwere Rückflüsse an Aktionäre

Die Zahlen sprechen für sich: Nur 1,1 Prozent der Commerzbank-Aktionäre haben das Übernahmeangebot der UniCredit bislang angenommen. Mit Ablauf der erweiterten Annahmefrist am 3. Juli steht die italienische Bank vor einem Debakel — und die Frankfurter vor einem Sieg durch Verweigerung.

Die Ablehnung ist eindeutig. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie — das entspricht der gesetzlichen Mindestgegenleistung, nicht mehr. Am 15. Mai lag der rechnerische Angebotswert bei 34,56 Euro, der Schlusskurs der Commerzbank-Aktie bei 36,48 Euro. Auch gestern notierte die Aktie mit 37,26 Euro deutlich über dem Tauschwert. Der Markt hat entschieden: Das Angebot ist zu niedrig.

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Analysten sehen 41,50 Euro als fairen Wert

Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank lehnen das Angebot als finanziell unangemessen ab. Unabhängige Analysten beziffern den Median-Zielkurs auf rund 41,50 Euro — rund 20 Prozent über dem aktuellen Schlusskurs. Die UniCredit versucht, Kontrolle zu erwerben, ohne eine Prämie zu zahlen. Kein Wunder, dass die Aktionäre nicht mitspielen.

Die Bundesregierung hat sich aus dem Poker zurückgezogen. Kanzler Merz plant weder den Einsatz staatlicher Abwehrmechanismen noch eine Aufstockung des Staatsanteils von 12,7 Prozent. Damit liegt die Entscheidung allein bei den Aktionären — und die haben gesprochen.

Operative Stärke als Abwehrmittel

Die Commerzbank setzt auf ihre Zahlen. Im ersten Quartal 2026 kletterte der operative Gewinn um elf Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, das Nettoergebnis erreichte 913 Millionen Euro. Der Vorstand hob daraufhin den Ausblick für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettogewinn an. Bis 2030 peilt die Bank 5,9 Milliarden Euro Gewinn und eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent an.

Parallel dazu läuft ein umfangreiches Kapitalrückgabeprogramm. Die Bank schüttet rund 1,2 Milliarden Euro aus, hinzu kommen zwei abgeschlossene Aktienrückkäufe im Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Insgesamt fließen 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre zurück — ein klares Signal der Eigenständigkeit.

Regulatorische Hürden verzögern Abschluss

Selbst wenn UniCredit die Annahmequote noch steigern sollte, bleibt der Zeitplan lang. Die italienische Bank rechnet erst 2027 mit einem Abschluss, da unabhängig vom Ergebnis verschiedene regulatorische Genehmigungen eingeholt werden müssen. Am 29. Mai meldete UniCredit die Freigabe der serbischen Wettbewerbsbehörde — ein Baustein, aber noch kein Durchbruch.

Die EZB-Zinssitzung am 11. Juni könnte die Lage weiter verkomplizieren. Eine Zinssenkung würde den gesamten Bankensektor bewegen und den Druck auf beide Seiten erhöhen, ihre Positionen zu überdenken.

Bis zum 3. Juli bleibt offen, ob UniCredit nachbessert. Die bisherige Annahmequote von 1,1 Prozent lässt wenig Spielraum für Optimismus. Die Commerzbank hat ihre operative Stärke bewiesen — und die Aktionäre haben ihr Urteil gefällt.

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