Commerzbank Aktie: 1,2 Milliarden Euro für Rückkäufe

Bettina Orlopp macht ihre Vertragsverlängerung bei der Commerzbank von einer Verständigung mit dem Aufsichtsrat über den künftigen Kurs abhängig.

Die Kernpunkte:
  • Orlopp bestätigt Gespräche mit UniCredit
  • Rückkaufprogramm über 1,2 Milliarden Euro
  • Aktie nahe dem 52-Wochen-Hoch
  • JPMorgan hebt Kursziel auf 39 Euro

Der Übernahmepoker um die Commerzbank bekommt eine neue Facette: Vorstandschefin Bettina Orlopp macht die Fortsetzung ihres Mandats bis 2029 von einer strategischen Einigung mit dem Aufsichtsrat abhängig. Reuters berichtete, dass Orlopp direkte Gespräche mit UniCredit bestätigt hat und eine volle Vertragslaufzeit nur Sinn ergebe, wenn sich Vorstand und Kontrollgremium auf einen gemeinsamen Kurs verständigen.

Diese Aussage verschiebt den Fokus der Übernahmediskussion von der reinen Beteiligungsfrage hin zur künftigen Führungsstruktur der Bank. Orlopp signalisiert damit, dass sie ihre eigene Zukunft nicht losgelöst von der Frage betrachtet, wie sich die Commerzbank gegenüber ihrem italienischen Großaktionär positioniert.

Die Bundesregierung hatte zuletzt Zusagen zum Erhalt des Frankfurter Börsenlistings sowie zum Schutz von Arbeitsplätzen und Standort gefordert – ein Punkt, der die politische Dimension des Übernahmeversuchs unterstreicht.

Kapitalrückführung läuft parallel weiter

Unabhängig vom Machtkampf um die Führungsspitze treibt die Commerzbank ihr eigenes Kapitalprogramm voran. Vor gut einer Woche startete das von Vorstand beschlossene Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,2 Milliarden Euro, das spätestens im Februar 2027 auslaufen soll. Es ist Teil einer für das Geschäftsjahr 2026 geplanten Gesamtausschüttung von rund 3,2 Milliarden Euro an die Aktionäre.

Das Institut peilt dabei an, nach Zahlung der AT1-Kupons und vor Sondereffekten den gesamten Nettogewinn an die Aktionäre auszuschütten. Voraussetzung dafür ist ein Nettogewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro für 2026. Diese Ausschüttungspolitik dürfte auch im Übernahmekontext eine Rolle spielen, da sie den Wert der Beteiligung für UniCredit unmittelbar beeinflusst.

Kurs nahe Rekordhoch, Analysten vorsichtig optimistisch

Die Aktie schloss am Freitag bei 43,02 Euro und legte damit binnen sieben Tagen um 2,8 Prozent zu – ein Anstieg, der zeitlich mit dem Start des Rückkaufprogramms zusammenfällt.

Über 30 Tage beträgt das Plus 9,3 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 19 Prozent zu Buche. Der Titel notiert damit nur noch 0,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 43,12 Euro, das erst am 8. September markiert wurde.

Am selben Tag hob JPMorgan das Kursziel für die Commerzbank von 38 auf 39 Euro an, beließ die Einstufung jedoch bei „Neutral“. Das aktuelle Kursniveau liegt damit spürbar über der Zielmarke des Analysehauses. Auch Metzler zeigte sich zu Wochenbeginn zuversichtlicher und begründete die Anhebung mit einer verbesserten Einschätzung des Potenzials beim Nettozinsertrag.

Für Anleger verdichten sich damit zwei Handlungsstränge: Auf der einen Seite die operative Stärke der Bank, die sich in Kapitalrückführung und angehobenen Kurszielen widerspiegelt.

Auf der anderen Seite die ungeklärte Machtfrage zwischen Management, Aufsichtsrat, Politik und UniCredit, die über die künftige Ausrichtung des Instituts entscheiden dürfte. Orlopps Bedingung für eine Vertragsverlängerung macht deutlich, dass diese Klärung nicht mehr lange aufgeschoben werden kann.

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