Commerzbank Aktie: 1,2 Milliarden für Rückkäufe
Commerzbank meldet Rekordhalbjahr und startet Aktienrückkauf über 1,2 Mrd. Euro. Analysten zeigen sich angesichts der Übernahmegespräche mit UniCredit uneins.

- Höchster Halbjahresgewinn der Unternehmensgeschichte
- Aktienrückkaufprogramm über 1,2 Milliarden Euro
- EZB prüft UniCredit-Mehrheitsbeteiligung
- Uneinheitliche Analystenurteile nach Zahlen
Die Commerzbank hat für das erste Halbjahr 2026 den bislang höchsten Gewinn ihrer Geschichte vorgelegt und den Ausblick bestätigt. Zugleich kündigte das Institut ein Aktienrückkaufprogramm über 1,2 Milliarden Euro an – ein Signal, das die laufenden Gespräche mit dem italienischen Großaktionär UniCredit über eine mögliche Kombination in ein neues Licht rückt.
Operatives Ergebnis springt deutlich nach oben
Im zweiten Quartal 2026 stieg der den Aktionären zurechenbare Konzernüberschuss auf 898 Millionen Euro, nach 462 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis kletterte um rund 17 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, die Erträge legten auf 3,30 Milliarden Euro zu. Die Commerzbank verband die Zahlen mit dem Hinweis, die Gespräche mit UniCredit über eine mögliche Kombination verliefen konstruktiv.
Der Zeitpunkt der Offenlegung ist kein Zufall: Erst Ende Juli hatte die BaFin den Antrag von UniCredit auf eine Mehrheitsbeteiligung an der Commerzbank als vollständig eingestuft und zur weiteren Prüfung an die Europäische Zentralbank weitergeleitet. Damit ist die nationale Vorprüfung im Inhaberkontrollverfahren abgeschlossen, die eigentliche Entscheidung liegt nun bei der EZB. Parallel dazu kam es zu ersten formellen Gesprächen zwischen den beiden Instituten über einen möglichen Zusammenschluss.
Kurs nahe am 52-Wochen-Hoch
Die Aktie reagierte auf die Zahlen zunächst positiv, drehte im Tagesverlauf aber ins Minus und schloss knapp unter der Vortagesmarke. Zuletzt notierte das Papier bei 39,36 Euro und damit nur gut ein Prozent unter dem erst kürzlich markierten 52-Wochen-Hoch von 39,85 Euro.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 9,0 Prozent zu Buche, gegenüber dem Tief der vergangenen zwölf Monate bei 28,90 Euro beträgt der Abstand rund 36 Prozent. Der Kurs notiert damit deutlich über sämtlichen gängigen gleitenden Durchschnitten, was die anhaltend positive mittelfristige Tendenz unterstreicht.
Dass die Bank trotz der schwebenden Übernahmegespräche einen milliardenschweren Rückkauf ankündigt, lässt sich als Versuch lesen, den eigenen Aktionären auch unabhängig vom Ausgang der UniCredit-Verhandlungen einen Wertzuwachs zu sichern. Für Anleger bedeutet das: Die Bank signalisiert finanzielle Stärke aus eigener Kraft, unabhängig davon, wie sich die Beziehung zu UniCredit weiterentwickelt.
Analysten reagieren uneinheitlich
Nach Vorlage der Zahlen bewegten sich die Einschätzungen der Analysten in unterschiedliche Richtungen. Die Deutsche Bank beließ ihre Einstufung für die Commerzbank-Aktie auf „Buy“, während die DZ Bank ihr Kauf-Votum bestätigte.
JPMorgan dagegen stufte die Aktie auf „Neutral“ zurück, hob das Kursziel jedoch auf 38 Euro an. Die gemischten Reaktionen spiegeln die Unsicherheit über den Ausgang des Übernahmeprozesses wider: Ein starkes operatives Geschäft trifft auf die offene Frage, ob und in welcher Form UniCredit die Kontrolle übernehmen könnte.
Für die kommenden Wochen bleibt die Entscheidung der EZB der zentrale Kurstreiber. Solange keine Klarheit über die regulatorische Bewertung des UniCredit-Antrags herrscht, dürfte die Commerzbank-Aktie zwischen operativer Stärke und Übernahmespekulation schwanken.
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