Commerzbank Aktie: 134 Millionen angedient

UniCredit sammelt bis zum Fristende zwölf Prozent der Commerzbank-Aktien ein. Das Management lehnt das Angebot weiterhin ab.

Die Kernpunkte:
  • Knapp zwölf Prozent angedient
  • Management lehnt Angebot ab
  • Derivate binden Aktienpakete
  • Aktie bleibt über 50-Tage-Linie

Das Übernahmeduell geht in die heiße Phase. UniCredit legt kurz vor Ablauf der ersten Annahmefrist ihre Karten offen. Dabei rückt ein milliardenschweres Geflecht aus Aktien und Derivaten massiv in den Fokus.

Bis Freitagnachmittag sammelte die italienische Großbank knapp 134 Millionen angediente Commerzbank-Aktien ein. Das entspricht knapp zwölf Prozent des Grundkapitals. Parallel dazu hält UniCredit einen direkten Anteil von fast 27 Prozent.

Derivate binden Kapital

Die Italiener nutzen massive Absicherungspositionen. Total-Return-Swaps sichern weitere drei Prozent der Stimmrechte. Hinzu kommen bar abgerechnete Instrumente für gut 13 Prozent des Kapitals.

Diese Papiere bringen UniCredit zwar keine direkten Stimmrechte an der Frankfurter Bank. Sie binden aber gewaltige Aktienpakete am Markt. Das Management der Gesamtposition umfasst laut UniCredit fast alle gemeldeten Bestände.

Abwehrkampf der Frankfurter

Das Management der Commerzbank wehrt sich vehement. Vorstand und Aufsichtsrat lehnen die gebotene Tauschprämie als zu niedrig ab. Ein tragfähiger Zukunftsplan fehle völlig.

Entsprechend mager fällt die Resonanz bei unabhängigen Anlegern aus. Laut Commerzbank-Daten hat bisher kein einziger identifizierter institutioneller Investor das Angebot angenommen. Auch Privatanleger winken ab.

Die angedienten Papiere stammen laut den Frankfurtern fast ausschließlich von Parteien aus dem direkten Umfeld der UniCredit. Die Bank fordert daher mehr Transparenz bei den Derivatgeschäften von der BaFin.

Robuster Kursverlauf

An der Börse zeigt sich die Aktie unbeeindruckt. Das Papier ging bei 36,76 Euro aus dem Handel und behauptet sich komfortabel über der 50-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht ein leichtes Plus von knapp einem Prozent auf der Kurstafel.

Am 16. Juni endet die erste Etappe dieses Übernahmeversuchs. Das Angebot sieht 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier vor. Danach greift voraussichtlich eine gesetzliche Nachfrist bis zum 3. Juli. Spätestens dann liegen die endgültigen Machtverhältnisse auf dem Tisch.

Anzeige

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 14. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Commerzbank