Commerzbank Aktie: 1,50 Euro Abschlag zur Börse

UniCredit meldet hohe Andienung, Commerzbank spricht von Manipulation. BaFin prüft Strafanzeige des Betriebsrats.

Die Kernpunkte:
  • Annahmefrist endet um Mitternacht
  • UniCredit meldet zwölf Prozent Andienung
  • Betriebsrat erstattet Strafanzeige
  • Börsenkurs liegt über Angebotspreis

Heute um Mitternacht endet die reguläre Annahmefrist für das Übernahmeangebot der UniCredit an die Commerzbank-Aktionäre. Kurz vor dem Ablauf eskaliert der Konflikt zwischen Mailand und Frankfurt auf allen Ebenen. Es geht um manipulierte Zahlen, Strafanzeigen und die Kontrolle über die zweitgrößte deutsche Privatbank.

Zahlenspiele und Strafanzeigen

UniCredit meldet einen massiven Zulauf. Bis vergangenen Freitag seien knapp zwölf Prozent der Commerzbank-Aktien angedient worden. Zusammen mit dem bestehenden Anteil würden die Italiener die Kontrollschwelle von 30 Prozent locker überspringen. Die Frankfurter Führung hält dagegen. Interne Auswertungen zeigen ein völlig anderes Bild.

Demnach liegt die Quote bei Privatanlegern nahe null. Unabhängige Großinvestoren ignorieren die Offerte fast komplett. Die Commerzbank vermutet Leerverkäufe und Derivate-Tricks hinter den Zahlen aus Mailand. Der Gesamtbetriebsrat hat deshalb Strafanzeige wegen Marktmanipulation erstattet. Die BaFin prüft den Fall bereits.

Harte Bandagen aus Mailand

UniCredit weist die Vorwürfe scharf zurück. Die Bank spricht von einem irreführenden Narrativ. Parallel dazu drohen die Italiener offen mit personellen Konsequenzen für das Frankfurter Management, falls die Übernahme gelingt. Kein Wunder. Das Angebot zieht aus rein wirtschaftlicher Sicht kaum.

UniCredit bietet 0,485 eigene Papiere für eine Commerzbank-Aktie. Das entspricht einem Abschlag von rund 1,50 Euro zum aktuellen Börsenkurs. Die Commerzbank beendete den gestrigen Handel bei 36,18 Euro. Damit notiert der Titel weiterhin in einem klaren Aufwärtstrend.

Auf Jahressicht steht ein Plus von gut 26 Prozent auf der Anzeigetafel. Solange der Börsenpreis die Offerte übersteigt, fehlt freien Aktionären jeder finanzielle Anreiz für einen Verkauf.

Nachfrist oder Abbruch

Greift die Aufsichtsbehörde heute nicht ein, startet theoretisch eine zweiwöchige Nachfrist. Diese läuft bis zum 3. Juli. In diesem Zeitfenster muss UniCredit entscheiden. Die Bank kann das Angebot entweder finanziell nachbessern oder die Pläne vorerst auf Eis legen. Bis Mitternacht bleibt der Handel hochvolatil.

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