Commerzbank Aktie: 1,8 Milliarden Halbjahresgewinn

Commerzbank meldet Rekordgewinn von 1,8 Mrd. Euro im ersten Halbjahr. Die Bafin leitet den UniCredit-Antrag an die EZB weiter.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn steigt um 40 Prozent
  • UniCredit-Antrag an EZB weitergeleitet
  • Aktienrückkaufprogramm über 1,2 Milliarden Euro
  • RBC sieht Kursziel von 43 Euro

Die Commerzbank hat am Donnerstag das beste erste Halbjahr ihrer jüngeren Geschichte vorgelegt. Der Nettogewinn kletterte auf 1,8 Milliarden Euro und damit um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Vorstand bestätigte zugleich den Ausblick für das Gesamtjahr 2026: Mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettoergebnis stehen weiterhin auf der Agenda.

Die Aktie reagierte am Freitag positiv auf die Zahlen und die parallel laufenden Entwicklungen rund um den Großaktionär UniCredit. Das Papier notiert bei 39,07 Euro und legt im Tagesverlauf um 1,35 Prozent zu. Damit nähert sich der Kurs seinem 52-Wochen-Hoch wieder an, von dem er nur noch rund 1,96 Prozent entfernt liegt.

Starkes zweites Quartal treibt die Bilanz

Im zweiten Quartal fast verdoppelte sich der Gewinn der Bank auf 898 Millionen Euro, nach 462 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg auf 3,30 Milliarden Euro und übertraf die Markterwartungen. Auch operativ lief es besser als gedacht: Das Betriebsergebnis erreichte 1,37 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls über den Analystenschätzungen.

Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand Erträge von rund 13,2 Milliarden Euro an. Die harte Kernkapitalquote soll zum Jahresende über 14 Prozent liegen, die Cost-Income-Ratio bei etwa 53 Prozent. Angesichts der starken Kapitalausstattung kündigte die Bank eine Kapitalrückgabe von insgesamt 3,2 Milliarden Euro an, was einer Gesamtrendite von 8 Prozent entspricht. Ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,2 Milliarden Euro ist Teil dieses Pakets.

Zusätzlich zu den Zahlen sorgte Ende Juli eine Auszeichnung für positive Schlagzeilen: Bei den FINANCE Awards wurde die Commerzbank als beste Bank im deutschen Firmenkundengeschäft geehrt und belegte in neun Kategorien – darunter Mittelstandsbank, Servicelevel, Kreditvergabe und Digitalisierung – jeweils den ersten Platz.

UniCredit-Übernahme nimmt konkrete Form an

Parallel zur operativen Entwicklung spitzt sich die Machtfrage um die Bank zu. Die Bafin stufte am Mittwoch den Antrag von UniCredit auf eine Mehrheitsbeteiligung an der Commerzbank als vollständig ein und leitete ihn an die Europäische Zentralbank weiter. Diese hat nun 60 Arbeitstage Zeit für ihre Entscheidung.

UniCredit hält nach jüngster Depot-Buchung wirtschaftlich rund 47,6 Prozent des Commerzbank-Kapitals und kommt auf etwa 49,7 Prozent der Stimmrechte. Über Finanzinstrumente ohne Stimmrecht ist die italienische Bank zusätzlich mit rund 11 Prozent verbunden. UniCredit-CEO Andrea Orcel rechnet damit, dass eine Kontrollübernahme im Herbst oder spätestens Anfang Dezember erfolgen könnte – vorbehaltlich einer aufsichtsrechtlichen Genehmigung, die er möglicherweise noch im vierten Quartal 2026 erwartet.

Auf Commerzbank-Seite deutet sich derweil ein Kurswechsel an: Bettina Orlopp signalisierte intern Offenheit für einen Austausch mit UniCredit. Das ist ein Kontrast zur bisherigen Linie der Bank, die im Juli noch auf die geringe Zustimmung unter freien Aktionären verwiesen hatte. Damals hatten lediglich 2,7 Prozent der institutionellen und privaten Investoren das Übernahmeangebot angenommen; ein erheblicher Teil der insgesamt angedienten 17,6 Prozent der Aktien stammte von mit UniCredit verbundenen Finanzinstituten.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Die frischen Zahlen und der Fortschritt im UniCredit-Verfahren blieben bei Analysten nicht ohne Reaktion. JPMorgan hob das Kursziel von 37 auf 38 Euro an, beließ die Einstufung aber bei „Neutral“. Deutlich optimistischer positioniert sich RBC Capital Markets: Das Haus bestätigte seine Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 43 Euro und sieht damit spürbaren Spielraum über das aktuelle Kursniveau hinaus.

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