Commerzbank Aktie: 20-Millionen-Kredite für Wealth Management
Commerzbank expandiert im Wealth Management mit besicherten Großkrediten. Rekordhalbjahr und Aktienrückkauf stützen die Strategie.

- Neue Großkredite für Privatkunden
- Kundenvermögen steigt um 20 Prozent
- Rekordhalbjahr übertrifft Erwartungen
- Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
Die Commerzbank setzt bei ihren vermögenden Privatkunden auf ein neues Instrument: Großkredite von teils 20 Millionen Euro sollen Liquidität sichern, ohne dass Kunden ihre Vermögenswerte verkaufen müssen. Das berichtet die FAZ. Die verwalteten Kundenvermögen im Wealth Management stiegen im Jahresvergleich um 20 Prozent.
Das Modell zielt auf eine Klientel, die ungern Wertpapierdepots oder Beteiligungen liquidiert, um kurzfristigen Kapitalbedarf zu decken. Stattdessen bietet die Bank besicherte Kredite an, die das bestehende Vermögen unangetastet lassen. Für die Commerzbank ist das ein Weg, ihre Sparte für vermögende Privatkunden als eigenständigen Wachstumstreiber zu profilieren, abseits von Firmenkundengeschäft und Kapitalmarktsparte.
Rekordhalbjahr als Rückenwind
Der Vorstoß im Wealth Management fällt in eine Phase, in der die Bank operativ so stark dasteht wie selten zuvor. Vor gut einer Woche hatte das Institut Zahlen vorgelegt, die die Erwartungen deutlich übertrafen – seither hat die Aktie um 3,6 Prozent zugelegt.
Das Rekordergebnis im ersten Halbjahr und die parallel laufenden Gespräche mit UniCredit über eine mögliche Übernahme, die vor gut drei Wochen bekannt wurden, haben die Aktie seither um 9,9 Prozent nach oben getrieben. Beide Themen bleiben im Hintergrund präsent, prägen aber nicht mehr die Schlagzeilen der laufenden Woche.
Das Wealth Management profitiert von diesem Umfeld: Steigende Kundenvermögen und ein robustes operatives Fundament schaffen Spielraum, um margenstärkere Produkte wie besicherte Großkredite auszubauen.
Die Bank bestätigte zudem ihre Jahresguidance mit einem angestrebten Konzernergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro und plant eine Kapitalrückführung an Aktionäre von insgesamt 3,2 Milliarden Euro, davon bis zu 1,2 Milliarden Euro über neue Aktienrückkäufe.
Kurs nahe Rekordhoch, Analysten uneinig
Die Aktie notiert aktuell bei 39,94 Euro und liegt damit nur 0,4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 13 Prozent – ein Zeichen dafür, wie deutlich sich der mittelfristige Aufwärtstrend beschleunigt hat.
Unter den Analysten gibt es unterschiedliche Sichtweisen auf das weitere Potenzial. JPMorgan hob am Dienstag das Kursziel auf 38,00 Euro an, beließ die Einstufung aber bei „Neutral“ – der Wert liegt damit unter dem aktuellen Kursniveau.
Die DZ Bank sieht deutlich mehr Luft nach oben: Analyst Philipp Häßler erhöhte am Montag den fairen Wert von 42,00 auf 46,00 Euro und begründete dies mit der starken operativen Entwicklung sowie dem geplanten Aktienrückkauf.
Die Spanne der Einschätzungen zeigt, dass der Markt die Bewertung der Commerzbank nach dem starken Lauf der vergangenen Wochen unterschiedlich einordnet. Während die einen das aktuelle Niveau als ausgereizt betrachten, sehen andere im Zusammenspiel aus Ertragsstärke, Kapitalrückführung und der Expansion im Wealth Management noch Potenzial für weitere Kursgewinne.
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