Commerzbank Aktie: 3-Prozent-Ausverkauf ohne Grund
Die Commerzbank-Aktie verliert über drei Prozent an einem Tag, ohne klaren Auslöser. Der gesamte europäische Bankensektor gerät unter Druck.

- Täglicher Kursverlust von über drei Prozent
- Kein klarer Auslöser für den Ausverkauf
- Europäische Bankaktien breit gefallen
- UniCredit-Übernahme bleibt Thema
Ein Minus von mehr als drei Prozent an einem einzigen Handelstag, ohne erkennbaren Grund. Genau das ist der Commerzbank-Aktie am Freitag passiert. Sie beendete den Handel bei 36,66 Euro, binnen einer Woche hat das Papier gut 5 Prozent verloren.
Damit rutscht der DAX-Titel klar unter sein jüngstes Rekordhoch von 39,18 Euro, aufgestellt erst am 14. Juli. Der Kursrutsch traf die Commerzbank nicht allein.
Der ganze Sektor gerät ins Straucheln
Europäische Bankaktien gingen am Freitag reihenweise in die Knie. Der Branchenindex Euro Stoxx Banks knickte um mehr als drei Prozent ein. Die Commerzbank traf es dabei noch härter als den Gesamtsektor.
Auffällig: Einen klaren Auslöser für den breiten Ausverkauf konnten Marktbeobachter bislang nicht benennen. Der Rückgang setzte damit lediglich einen Abwärtstrend fort, der die Aktie schon am Vortag ins Minus gedrückt hatte. Auf Monatssicht steht mittlerweile ein Minus von gut 3 Prozent zu Buche, das Papier notiert damit knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 37,11 Euro.
Der technische Indikator RSI steht bei 42,8. Das signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Marktlage. Auf Jahressicht bleibt die Aktie mit einem Plus von 1,55 Prozent dennoch im positiven Bereich, der Zwölf-Monats-Gewinn liegt sogar bei knapp 30 Prozent.
Die Übernahme bleibt im Hintergrund
Auch wenn der jüngste Kursrutsch nach Einschätzung von Marktbeobachtern keinen direkten Bezug zur Übernahmesituation hatte: Das Thema UniCredit bleibt für Anleger präsent. Die italienische Großbank hatte nach Ablauf ihrer Annahmefrist Anfang Juli mitgeteilt, ihr direkter Anteil sei deutlich gestiegen.
Bis zum Fristende am 3. Juli wurde das Übernahmeangebot für 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angenommen. Zusammen mit dem bereits zuvor gehaltenen Anteil von 26,77 Prozent kommt UniCredit damit auf gut 44 Prozent direkten Besitz. Über zusätzliche Kaufoptionen sichern sich die Italiener nach eigenen Angaben Zugriff auf mehr als 47 Prozent der Anteile.
Die Commerzbank selbst reagierte zurückhaltend. Ein Sprecher der Bank erklärte: „Wir haben das Ergebnis des Übernahmeangebots zur Kenntnis genommen. Auch in Zukunft wird der Fokus unseres Handelns auf den Interessen unserer Kundinnen und Kunden, unserer Mitarbeitenden sowie unserer Anteilseigner liegen. Zu den Letztgenannten zählen neben der UniCredit auch der Bund und alle Minderheitsaktionäre.“ Der Übergang der angedienten Anteile an UniCredit steht weiterhin unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Zwei Marken im Blick
Für die kommende Woche richtet sich der Blick der Anleger auf die weitere Entwicklung im Bankensektor. Der breite Ausverkauf vom Freitag ist bislang nicht abschließend erklärt.
Charttechnisch rückt nun der 50-Tage-Durchschnitt bei 37,11 Euro in den Fokus. Als tieferliegende Unterstützung gilt der 200-Tage-Durchschnitt bei 34,59 Euro. Setzt sich der sektorweite Ausverkauf fort, dürfte die Schwankungsbreite der Commerzbank-Aktie zunächst erhöht bleiben.
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