Commerzbank Aktie: 3,4 Milliarden Ziel für 2026
Commerzbank plant komplette Gewinnausschüttung bis 2028 und erhöht Jahresziel. UniCredit-Übernahmeangebot verfehlt unabhängige Aktionäre.

- Neues Gewinnziel von 3,4 Milliarden Euro
- 100 Prozent Ausschüttung bis 2028
- UniCredit-Offerte kaum angenommen
- EZB-Entscheidung im September erwartet
Die Commerzbank zieht im Übernahmekampf mit UniCredit eine neue Waffe. Sie heißt: Geld für Aktionäre. Nach Ablauf des italienischen Umtauschangebots setzt der Vorstand um Chefin Bettina Orlopp jetzt auf Eigenständigkeit und eine ambitionierte Kapitalrückgabe.
Milliarden-Ziel und Vollausschüttung
Der Vorstand hat die Gewinnziele für 2026 nachgeschärft. Die Bank peilt nun ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Zuvor stand eine Spanne ab 3,2 Milliarden Euro im Raum.
Für Privatanleger dürfte ein anderes Versprechen noch wichtiger sein. Von 2026 bis 2028 will die Commerzbank rund 100 Prozent ihres Nettoergebnisses an die Aktionäre zurückgeben, nach Abzug der AT1-Kupons. Dividenden und weitere Aktienrückkäufe sollen das leisten.
Das Management signalisiert damit Vertrauen in die eigene Strategie namens „Momentum 2030″. Sie sieht unter anderem den Abbau von rund 3.000 Vollzeitstellen bis zum Ende des Jahrzehnts vor.
UniCredit verfehlt die unabhängigen Investoren
Am 8. Juli hat UniCredit sein Umtauschangebot offiziell vorgelegt. Der italienische Konzern kontrolliert inzwischen rund 47,59 Prozent der Commerzbank-Anteile. Durch geplante Aktienrückkäufe der Commerzbank entspricht das rechnerisch 49,65 Prozent der Stimmrechte.
Der direkte Zugriff über das Angebot blieb jedoch schwach. Nur 17,6 Prozent der Aktien wurden angedient. Nach Berechnungen der Commerzbank stammten davon weniger als zwei Prozent von unabhängigen institutionellen oder privaten Investoren.
Den Großteil der angedienten Papiere ordnet die Bank dem Umfeld von UniCredit-nahen Parteien zu. Das Frankfurter Institut wertet das als klaren Vertrauensbeweis der unabhängigen Aktionäre in den eigenständigen Kurs.
Die Entscheidung fällt bei den Regulatoren
Der Übernahmepoker verlagert sich nun von der Börse in die Büros der Aufseher. Die Europäische Zentralbank und die EU-Wettbewerbshüter prüfen derzeit, ob UniCredit die Schwelle von 30 Prozent der Stimmrechte offiziell überschreiten und die faktische Kontrolle übernehmen darf. Mit einer Entscheidung der EZB-Aufsicht wird im September gerechnet.
Am Kapitalmarkt kommt die Verteidigungsstrategie bislang gut an. Die Commerzbank-Aktie legt am Freitag um 1,46 Prozent auf 38,34 Euro zu und nähert sich damit ihrem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von 5,01 Prozent, über zwölf Monate sind es sogar 32,21 Prozent.
Bis zur Entscheidung der Aufsicht bleibt der operative Erfolg der Bank der entscheidende Faktor für die Bewertung. Der nächste wichtige Termin: Am 6. August legt die Commerzbank ihre Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor.
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