Commerzbank Aktie: 40-Prozent-Plus im Halbjahr
Die Commerzbank bestätigt ihr Gewinnziel für 2026 und verbindet höhere Dividenden mit einem laufenden Aktienrückkauf trotz UniCredit-Konflikt.

- 3,2 Milliarden Euro Ausschüttungen vorgesehen
- Nettoergebnis im Halbjahr um 40 Prozent gestiegen
- Aktienrückkauf bis Februar 2027 läuft
- UniCredit hält fast 50 Prozent
Die Commerzbank will ihren Aktionären für das laufende Geschäftsjahr rund 3,2 Milliarden Euro zurückgeben. Das Institut bestätigte zudem sein Nettogewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro für 2026. Damit untermauert der Vorstand seinen Kurs, praktisch das gesamte Nettoergebnis nach Kuponzahlungen auf AT-1-Anleihen und vor Sondereffekten an die Anteilseigner weiterzureichen. Der Dividendenanteil an der Gesamtausschüttung soll dabei auf mindestens 50 Prozent steigen.
Starkes erstes Halbjahr als Fundament
Die Zahlen aus dem ersten Halbjahr liefern die Basis für diese Ambitionen. Das operative Ergebnis kletterte um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, das Nettoergebnis legte sogar um 40 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro zu. Die Erträge wuchsen um 7 Prozent auf 6,52 Milliarden Euro, die Nettoeigenkapitalrendite erreichte 12,6 Prozent.
Im zweiten Quartal allein stieg das operative Ergebnis um 17 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro bei einem Nettoergebnis von 898 Millionen Euro. Die Cost-Income-Ratio lag inklusive Pflichtbeiträgen bei 53 Prozent, ohne diese bei 50 Prozent — ein Wert, den das Institut mittelfristig weiter drücken will.
Bereits im Frühjahr hatte die Bank ihr Nettogewinnziel von zuvor über 3,2 Milliarden auf mindestens 3,4 Milliarden Euro angehoben und für 2030 eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent sowie eine Cost-Income-Ratio von 43 Prozent als Ziel ausgegeben.
Diese Ausschüttungspolitik läuft parallel zu einem bereits laufenden Aktienrückkauf über bis zu 1,2 Milliarden Euro, den der Vorstand Anfang September gestartet hat und der bis Februar 2027 laufen soll. Beide Bausteine — Rückkauf und Dividendenerhöhung — sollen Anlegern signalisieren, dass die Bank trotz der ungeklärten Machtverhältnisse im Aktionärskreis auf Kurs bleibt.
UniCredit als Unsicherheitsfaktor bleibt bestehen
Genau diese Machtfrage prägt die Debatte um die Commerzbank seit Monaten. Nach Ablauf des Übernahmeangebots im Juli hält UniCredit 47,5 Prozent der Aktien und 49,65 Prozent der Stimmrechte. Nur ein kleiner Teil der Andienungen kam von unabhängigen institutionellen Investoren und Privatanlegern, der Großteil der Beteiligung stammt aus zuvor erworbenen Aktien und Kaufoptionen.
Ende August hatte Aufsichtsratsvorsitzender Jens Weidmann den Bund öffentlich aufgefordert, vorerst Aktionär der Commerzbank zu bleiben. Er warnte damals vor den Folgen des UniCredit-Sparplans, der binnen zwölf Monaten Einsparungen von 1,3 Milliarden Euro vorsieht, und forderte eine Überprüfung des deutschen Übernahmerechts.
Der Bund hält mit rund 12 Prozent weiterhin den zweitgrößten Aktienanteil hinter UniCredit. Commerzbank-Vizechef Michael Kotzbauer hatte den Übernahmekampf zuvor bereits für verloren erklärt, betonte aber, die Bank habe sich gut geschlagen.
Kurs nahe Rekordniveau
Die Marktbewertung der Commerzbank spiegelt die operative Stärke wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 41,86 Euro und damit nur 0,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 4. September. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs um ein Viertel verteuert.
Mit einer Marktkapitalisierung von 45,46 Milliarden Euro notiert das Papier rund 8,5 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt — ein Zeichen, dass Anleger die Kombination aus Rekordgewinnen und hoher Kapitalrückgabe trotz der ungelösten UniCredit-Frage honorieren.
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