Commerzbank Aktie: 500 Millionen Euro durch KI bis 2030

Commerzbank stemmt sich mit KI-Strategie gegen UniCredit-Offerte. Vorstand lehnt Aktientausch ab und fordert Aufschlag.

Die Kernpunkte:
  • KI soll jährlich 500 Millionen Euro beisteuern
  • UniCredit kontrolliert faktisch fast 40 Prozent
  • Vorstand lehnt Übernahmeangebot ohne Aufschlag ab
  • Bonus-Kürzung für Ex-Chef als Warnsignal

Auf der Hauptversammlung in Wiesbaden präsentierte sich die Commerzbank am Mittwoch demonstrativ geeint. Belegschaft und Management kämpfen gemeinsam gegen die Übernahmepläne der UniCredit — während der Kurs heute um gut drei Prozent nachgibt.

KI soll 500 Millionen bringen

Vorstandschefin Bettina Orlopp hat ihre Zahlen auf dem Tisch. Bis 2030 soll Künstliche Intelligenz jährlich 500 Millionen Euro zum Ergebnis beitragen. Davon entfallen 70 Prozent auf Kostensenkungen, 20 Prozent auf höhere Erlöse und 10 Prozent auf besseres Risikomanagement.

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Der Kern der Botschaft ist klar: Die Commerzbank kann allein bestehen. Orlopp sicherte der Belegschaft außerdem zu, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen und Stellen im Kundenkontakt aufzubauen.

UniCredit greift tiefer

Das klingt überzeugend — solange man die Eigentümerstruktur ausblendet. UniCredit-Chef Andrea Orcel hält bereits 29,99 Prozent der Stimmrechte. Knapp unter der 30-Prozent-Schwelle, ab der ein Pflichtangebot fällig würde. Über Derivate hat sich die Bank Zugriff auf weitere rund 9 Prozent gesichert. Faktisch kontrolliert UniCredit damit fast 40 Prozent.

Das Angebot liegt bei 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Anteil — ein reiner Aktientausch, kein Aufschlag. Vorstand und Aufsichtsrat unter Jens Weidmann lehnen das ab. Sie fordern ein deutliches Premium und einen belastbaren Geschäftsplan.

Die Mitarbeiter halten derzeit weniger als ein Prozent der Anteile. Intern diskutiert die Belegschaft konzertierte Aktienkäufe, um ihr Gewicht im Aktionariat zu erhöhen. Ob das reicht, ist fraglich.

Bonus-Kürzung als Warnsignal

Aufsehen erregt auch eine Entscheidung des Aufsichtsrats: Er kürzte den Bonus von Ex-Chef Manfred Knof für 2024 um 30 Prozent. Grund war ein Treffen mit UniCredit-Chef Orcel im September 2024 — kurz vor dem Beginn der Übernahmeaktivitäten. Knofs Gesamtvergütung belief sich trotz der Kürzung auf 5,8 Millionen Euro. Das Signal an das aktuelle Management ist eindeutig.

Barclays Capital bleibt trotz der Unsicherheiten bei „Overweight“ und einem Kursziel von 42,00 Euro. Analystin Flora Bocahut passte ihre Schätzungen nach dem ersten Quartal und den neuen strategischen Zielen an. Die Aktie notiert aktuell bei 35,96 Euro — rund 15 Prozent unter diesem Ziel.

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