Commerzbank Aktie: 5,9 Milliarden Euro bis 2030 angepeilt
Die Commerzbank prüft das Übernahmeangebot der UniCredit, während der Aktienkurs deutlich über dem Angebotspreis notiert. Die Bank setzt auf Eigenständigkeit.

- UniCredit-Angebot liegt vor
- Aktienkurs übertrifft Angebotswert
- Eigenständigkeitsstrategie als Gegenentwurf
- Hauptversammlung mit Dividendenvorschlag
Die Commerzbank steht vor einer heiklen Wegmarke im Übernahmeverfahren. UniCredit hat ihr formelles Angebot vorgelegt, der Vorstand schweigt noch offiziell. Genau dieses Schweigen macht den nächsten Schritt wichtig: Die Pflicht-Stellungnahme wird zum ersten klaren Votum der Bankführung.
Angebot trifft auf höheren Marktpreis
UniCredit veröffentlichte die Angebotsunterlage am 5. Mai 2026. Vorstand und Aufsichtsrat wollen das Papier prüfen und danach eine Stellungnahme nach § 27 WpÜG abgeben. In der Praxis bleibt dafür nur wenig Zeit.
Der Konflikt liegt vor allem in der Bewertung. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie. Daraus ergab sich bei Veröffentlichung ein Wert von rund 31,07 Euro.
Am Donnerstag notiert die Commerzbank-Aktie bei 36,76 Euro und legt um 1,58 Prozent zu. Über zwölf Monate steht ein Plus von 40,63 Prozent. Der Markt preist damit klar mehr ein als das vorliegende Umtauschangebot.
Die Commerzbank sieht den Plan von UniCredit kritisch. Aus Sicht des Instituts bleibt die industrielle Logik zu vage. Außerdem verweist die Bank auf Umsetzungsrisiken und fehlende Prämie für die eigene Aktionärsbasis.
Eigenständigkeit als Gegenentwurf
Am 8. Mai 2026 legte die Commerzbank ihre Zahlen zum ersten Quartal vor. Parallel stellte sie ihre weiterentwickelte Strategie „Momentum 2030“ vor. Diese Strategie bildet nun das zentrale Gegenargument zur Offerte aus Mailand.
Für 2026 peilt der Vorstand einen Überschuss von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Bis 2030 soll der Gewinn auf 5,9 Milliarden Euro steigen. Damit will das Management zeigen, dass Eigenständigkeit mehr Wert schaffen kann.
Gesprächsbereit gibt sich die Commerzbank dennoch. Ein Zusammenschluss käme aus ihrer Sicht nur infrage, wenn UniCredit eine attraktive Prämie bietet. Genau daran scheitert die aktuelle Offerte bislang.
Analysten sehen mehr Potenzial
JPMorgan hob das Kursziel von 36 auf 37 Euro an, bleibt aber bei „Neutral“. Analyst Kian Abouhossein erhöhte seine Gewinnschätzungen um bis zu vier Prozent. Er reagiert damit auf Quartalszahlen und Strategieupdate.
RBC bleibt offensiver. Die kanadische Bank bestätigt „Outperform“ mit einem Kursziel von 43 Euro. Analystin Anke Reingen sieht Chancen durch bessere Kosten- und Kapitaleffizienz.
Die Kursdynamik ist allerdings schon weit gelaufen. Der RSI liegt bei 83,3 und signalisiert kurzfristig eine überhitzte Lage. Auch der Abstand zum gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage beträgt knapp zehn Prozent.
Dividende und Fristen rücken näher
Auf der Hauptversammlung steht auch die Ausschüttung auf der Agenda. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor. Die Gesamtausschüttung läge bei rund 1,2 Milliarden Euro.
Hinzu kommt eine Abstimmung über eine neue Rückkaufermächtigung von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals. Bereits abgeschlossene Programme haben seit September 2025 rund 1,5 Milliarden Euro zurückgeführt. Für die Eigenständigkeitsstory ist das ein wichtiges Signal.
Mit einem Ergebnis des Angebots ist nach Ablauf der erweiterten Annahmefrist zu rechnen. Diese läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. UniCredit erwartet den Abschluss erst im Jahr 2027, weil mehrere regulatorische Genehmigungen nötig sind.
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